Sherman's End Bonuskapitel: Metalepse


Bonuskapitel – Me-ta-lep-se, die |
    1 Austausch eines Begriffes durch einen im Kontext verwandten (Rhetorik)
    2 Vermischung von Erzählebenen; oft der offensichtliche Eingriff des Autors in eine Geschichte


Sie befanden sich auf einer Straße. Keiner von ihnen wusste so genau, warum. Sie fühlten sich, als wären sie gerade aus einem Traum in einer völlig fremden Umgebung erwacht.
    Hud befand sich am Steuer und hielt seine Pfeife in der Hand, die nicht mit dem Lenken beschäftigt war. Mia saß mit ihrer Gitarre auf der Rückbank. Ein Mollakkord klang gerade aus. Jinx saß mit leerem Blick neben ihr. Archie, der auf dem Beifahrersitzt saß, blickte verduzt umher.
    Die Straße, auf der sich Huds alte Rostlaube befand, verlief vor ihren Augen kerzengerade und schien in beiden Richtungen mit dem Horizont zu verschmelzen. Links und rechts von ihnen befand sich eine flache Drecklandschaft, die sich ohne Konturen in der Unendlichkeit ausbreitete. Hud bemerkte kaum seinen Fuß auf dem Gaspedal. Er war der erste, der das peinliche Schweigen durchbrach. "Wo zur Hölle sind wir?", murmelte er, während er umherstarrte. "Weiß jemand, wie wir hier gelandet sind?"
    Archie meldete sich zu Wort. "Denkt nach. Ganz genau. Was ist das letzte, woran ihr euch erinnern könnt?"
    "Das Lagerfeuer", sagte Mia. Sie umklammerte noch immer die Gitarre. "Wir waren an einem Lagerfeuer. Nachts."
    "Wir waren in 'nem beschissenen Wald", fügte Jinx hinzu. "Hier sind weit und breit keine Bäume." Er starrte kurz aus dem Fenster in den Himmel. "Die Sonne steht hoch über uns. Es dürfte... Scheiße, es muss Mittag sein."
    "Uns fehlen also mindestens zehn Stunden." Archie hauchte die Worte mit einem besorgten Unterton heraus. Er starrte noch immer in die flache Landschaft um sich herum.
    "Da!", brüllte Hud. "Da, am Straßenrand! Vor uns!"
    Alle vier Augenpaare starrten auf zwei Objekte, die neben der Straße auf sie zu warten schienen. Hud beschleunigte den Wagen. Mia legte ihre Gitarre endlich beiseite und holte die Schrotflinte hervor, die im Fußraum vor ihr lag.
    Als sie nur noch einige hundert Fuß von den beiden Objekten entfernt waren, erkannte Archie als erstes, worum es sich handelte. Dort stand eine Person im Schatten eines Straßenschildes. Hud verringerte das Tempo, während Mia schon fast wie automatisch ihr Fenster herunterkurbelte und die Flinte heraushielt.
    Nun konnten sie den Mann endlich entdecken: Er war groß, hatte braune Haare und trug einen grauen und überraschend sauberen Kapuzenpullover zusammen mit einem Paar Blue Jeans. Hud stoppte neben dem Kerl. Niemand von den Fünf sagte etwas. Huds Blick wanderte lediglich das Straßenschild hoch, das sich als ein rotes Stoppschild entpuppte, unter dem "FOR NOBODY" geschrieben stand. Das Schild kam ihm überraschend bekannt vor. Es lag ihm auf der Zunge.
    "Da seid ihr ja endlich", sagte der Mann mit einem breiten Lächeln. "Nehmt ihr mich mit? Ich weiß, euer Platz ist begrenzt, aber Jinx kann auf meinem Schoß sitzen."
    Zuerst herrschte peinliche Stille. Archie ergriff zuerst das Wort. "Kennst du den Mann, Jinx?"
    "Ich wünschte ich könnte das behaupten. Der Hurensohn da draußen ist mir fremd. Außerdem mag ich nicht, wie du mit mir redest, Kumpel."
    "Kommt schon, Leute", sagte der Mann mit einem freundlichen Umgangston. "Ich bin nicht bewaffnet. Ich will euch nichts tun. Alles was ich will ist reden."
    Archie stieg wortlos aus, filzte den Kerl, der friedlich seine Hände hob, und zuckte mit den Schultern. "Rückbank", warf Hud hinzu, während er noch immer nicht die Augen von dem Stoppschild nahm.
    "Danke, Archie", sagte der Mann. "Nennt mich ruhig CR."
    "Nun denn, CR", entgegnete Archie, während er die Hintertür öffnete und dem Passagier den Weg wies. "Ich denke wirklich, dass wir Redebedarf haben."

"Wo sind wir hier?", fragte Archie, während Hud weiterfuhr.
    "Irgendeine Straße. Habe mir da nicht sonderlich viele Gedanken gemacht", antwortete CR, der noch immer gütig lächelte. Er blickte nach und nach alle vier Passagiere im Wagen an. "Ich hatte mir dich immer wie Seth Rogen vorgestellt, Hud", sagte er. "Ich hätte nicht gedacht, dass mein Unterbewusstsein dich doch ein wenig anders aussehen lässt. Du bist ein wenig schlanker als er."
    "Wer zur Hölle ist Seth Rogen?", fragte Hud, ohne sich umzudrehen. Sein Blick ging zur Tanknadel, die langsam auf das verhängnisvolle 'E' zukroch. Bevor er den anderen sagen konnte, dass sie wohl ein Problem hatten, kroch die Nadel wie von selbst langsam wieder auf das 'F' zu. Er konnte seinen Augen nicht trauen. Die Sprache blieb ihm weg.
    "Woher kennst du unsere Namen, CR?", fragte Archie.
    "Würde mich auch mal interessieren, du grinsender Hurensohn", sagte Jinx, dem es nicht gefiel, auf CRs Schoß zu sitzen.
    "Ich habe euch immerhin erschaffen. Ich sollte eure Namen kennen."
    Hud legte eine Vollbremsung hin. Jinx knallte mit dem Kopf gegen die Kopflehne von Huds Sitz. Mias Gitarre flog zwischen den Sitzen nach vorn und zerbrach an der Windschutzscheibe. Mias Blick verfinsterte sich sichtbar. Sie war kurz davor zu schreien, als die Klampfe plötzlich wieder vollkommen repariert neben ihr lag. Ihre Augen weiteten sich. Ihre einzige Reaktion bestand darin, die Schrotflinte auf CR zu richten.
    "Hud, wir haben doch noch ein Seil im Kofferraum, oder?", fragte sie, ohne ihre Augen von dem noch immer breit grinsenden CR zu nehmen.
    "Sicher", sagte Hud geistesabwesend. Seine Augen ruhten auf irgendetwas auf der Straße. Mit zittrigen Fingern stopfte er sich seine Pfeife. Er zündete sie blitzschnell an.
    "Ahh, der liebliche Geruch vom Junk", sagte CR. "Noch tausendmal schöner als ich ihn mir vorgestellt habe."
    Jinx stand auf und verpasste CR eine Kopfnuss. "Ich stopfe dem Mistkerl persönlich das Maul", zischte er.
    Hud stieß den Rauch aus seinem Mund aus und wagte es nicht, zu blinzeln.
    Direkt dort, wo er gestoppt war, stand ein Stoppschild. Aber nicht irgendeins.
    Dabei sind wir doch nur geradeaus gefahren, dachte er.

"Was machen wir mit ihm?", fragte Hud, der noch immer zitterte. Er ging unruhig hin und her.
    Das Gespann hatte nach der Vollbremsung den Wagen verlassen und den Fremden gefesselt und geknebelt. CR saß nun im Schneidersitz mit hinter dem Rücken gefesselten Händen im Schneidersitz vor ihnen. Er schien sich über die Lage köstlich zu amüsieren.
    "Das ist ein Superfreak", sagte Archie zu Hud. "Ich denke, das haben wir alle mittlerweile verstanden. Ich vermute, dass er eine Art Telepathie besitzt."
    "Telepathie?", fragte Hud.
    "Er kann Gedanken lesen", sagte Archie. "Und ich vermute stark, dass das hier eine Halluzination ist."
    "...Halluzination?", fragte Hud.
    "Halt die Klappe, Hud", reagierten die anderen drei im Chor. CR gab ein hörbares, japsendes Lachen von sich.
    "Aber was machen wir?", fragte Mia.
    Archie beantwortete die Frage dadurch, dass er CR den Knebel entfernte. Er ging vor ihm in die Hocke und starrte ihm in die Augen. "Was willst du?"
    "Ein Interview", sagte CR gelassen.
    "Wie bitte?"
    "Ein verdammtes Interview. Stellt mir Fragen."
    Archie stand auf und ging zu den anderen. Es war offensichtlich, was sie zu tun hatten. Archie drehte sich zurück zu CR und begann.

"Warum willst du ein Interview?", fragte Archie.
    "Sehen wir es als eine Art Gefallen an, den ich jemandem schuldig bin. Ich wurde nett darum gebeten, und ich mache es."
    "Wer oder was bist du?"
    "Mein Name ist CR Schmidt. Ich bin ein Hobby-Autor. Naja, nicht mehr so ganz. Diese Welt hier ist von mir geschaffen, genau so wie alle Geschöpfe darin."
    "Bist du... Gott?", fragte Hud.
    "So gesehen schon. Passt auf." CR hob seine Hände. Archie, Mia und Jinx erschraken. Hud bemerkte erst fünf Sekunden zu spät, was geschehen war. "Ich kann diese Welt nach meinem Willen Formen. Hätte ich euch Schaden zufügen wollen, hätte ich es schon längst getan. Ich will einfach nur reden." CR verschränkte die Hände wieder hinter dem Rücken. Hud rannte, um nachzuschauen, ob er wieder gefesselt war. Er war es.
    "Na gut", begann Archie mit leicht zittriger Stimme. "Du bist also Gott. Und du willst, dass wir dich interviewen."
    CR nickte.
    "Dann frage ich dich, warum ich keinen Schatten habe."
    "Das war mehr so eine spontane Idee. Irgendwie musstest du hervorstoßen. Ich hatte gerade eines dieser neuen Peter Pan-Remakes gesehen, als ich dich entworfen habe. Die Idee eines fehlenden Schattens sagte mir sehr zu."
    "Wir reden hier von meinem LEBEN!", explodierte Archie. "Ich wurde von meinen eigenen Eltern verstoßen! Was möchtest du mir hier sagen? Dass du aus einer Laune heraus meine gesamte Jugend ruiniert hast?"
    CR zuckte mit den Schultern.
    "Wieso überhaupt das alles?", fragte Hud. "Warum wir? Warum Sherman's End? Warum Krieg und Elend und all dieses Tohuwabohu?" 

    "Ich hab' Mad Max 2 gesehen, einer meiner Lieblingsfilme. Ich stehe einfach auf Postapokalypsen. Und während ich den Film sah, kamen mir einfach unfassbar viele Ideen. Es gibt da so einen Moment am Anfang des Films, in dem der Hauptcharakter eine Spieluhr findet. Ich dachte mir, dass so etwas nach einer heutigen Apokalypse nicht passieren würde. Niemand hat mehr Spieluhren. Daher kam ich auf das Smartphone. Die Vorstellung, dass ein Ödländer ein Smartphone finden würde, hat quasi die Basis für meine Geschichte entwickelt. Der Rest war eine Sammlung von verrückten Ideen, die sich über die Jahre bei mir angesammelt hatte. Einige von denen passten überraschend gut zusammen."

    "Du hast uns erschaffen, weil du einen Film gesehen hast?"
    CR nickte und lächelte. "Der dürfte auch auf deinem Wunderding sein, Hud. Kannst ihn dir ja später mal ansehen."
    "Das werde ich wohl tun", sagte Hud. Er schien langsam Gefallen an dem Interview zu finden, während Archie nicht sonderlich gut gelaunt schien. Er fuhr fort. "Warum hast du mich nicht zu einem Superfreak gemacht, hm? Fast jeder, den wir auf unserer Reise getroffen haben, hatte irgendwelche Kräfte. Ich will auch welche!"
    "Da musst du wohl leider drauf verzichten, das tut mir leid. Eine Geschichte muss aber mit einem eher alltäglichen – zumindest für die Verhältnisse der Geschichte alltäglichen – Hauptcharakter beginnen. Jemand, in den man sich reinversetzen kann."
    "...hast du mich gerade Hauptcharakter genannt?"
    CR nickte.
    Hud warf die Hände in die Luft und sprang auf und ab. "WHOOHOO!", schrie er. "Ich bin der Hauptcharakter! ICH!"
    Mia drängte Hud beiseite und trat näher an CR heran. "Das erklärt kaum, warum ich das einzige Mädchen weit und breit bin. Willst du mir das mal verraten?"
    CR wirkte plötzlich ein wenig traurig. "Das ist mir leider ein wenig spät aufgefallen. Aber ja, es stimmt. Frauen kamen ein wenig zu kurz in meiner Geschichte. Liegt vielleicht daran, dass man sich als Mann ein wenig besser in Männer hereinversetzen kann. Das ist aber keine wirkliche Entschuldigung. Ein Paar Nebendarsteller gibt es immerhin. Famine, die Kannibalin Ethel, oder die gute Kellnerin Sherry!" CR lächelte und starrte Hud an. Dieser lief rot wie eine Tomate an.
    "Bitte erinnere mich nicht daran", sagte er.
    "Ich weiß, dass du seitdem sehr verwirrende, sexuelle Träume hast."
    Hud schien ein wenig zu beben. "FICK DICH, CR! FICK DICH DOCH! DAS GEHT NUR MICH ETWAS AN!"
    Alle begannen nun zu lachen. Alle bis auf Archie, der ein wenig in den Hintergrund zu rücken schien. Sein Kopf schien förmlich zu rauchen. Etwas beschäftigte ihn.
    "Die wichtigste Frage ist immer noch nicht beantwortet", warf diesmal Jinx ein. "Sherman's End. Was ist dort? Was kommt auf uns zu?"
    CR lächelte diesmal umso breiter. Er wartete einige Sekunden, ehe er antwortete. "Das wüsstet ihr wohl gern, oder? Ihr müsst euch noch ein wenig gedulden. Das verrate ich euch nicht."
    "Dein Arsch is' nutzlos für uns wenn du das nich' weißt!", sagte Jinx. "Deine Visage kotzt mich schon die ganze Zeit an!"
    Ein Schuss ertönte. Mia, Hud und Jinx drehten sich um. Archie hatte die Schrotflinte auf CR gerichtet und abgedrückt. Die Schrotladung war zwar abgefeuert worden, schien aber fünf Zentimeter vor CRs Gesicht stehen zu bleiben.
    "Was sollte das, Archie?", fragte CR mit einem enttäuschten Ton.
    "Leute, ihr erinnert euch alle nur noch an das Lagerfeuer", begann Archie mit einem ernsten Tonfall. "Wir schlafen. Das hier ist ein Traum. Aber nicht irgendein Traum. Irgendetwas sitzt da draußen und projiziert uns etwas in den Kopf. Das ist ein Superfreak. Und er versucht, sich Zeit zu erkaufen, indem er uns ablenkt. Er hat etwas vor."
    CR schüttelte den Kopf. "Das ist doch absurd, Archie. Vollkommen absurd."
    "Er hat uns keinerlei wirklich neue Dinge gesagt. Bei jeder Frage, auf die wir selbst keine Antwort wussten, hat er abgeblockt. Er weiß nicht, warum ich einen Schatten habe. Er weiß auch nicht, was in Sherman's End ist. Er versucht uns abzulenken. Er versucht uns weiter zum Träumen zu bringen."
    Die Augen von CR weiteten sich.
    "Er ist in unseren Köpfen! Er hat nur unser Wissen! Das hier ist eine Falle! Bitte, versucht aufzuwachen! Denkt zurück an das Lagerfeuer, an unsere Reise, an alles was wir durchgemacht haben!"
    CR ließ nun seine Fesseln verschwinden und stand hastig auf. "Nein! Bitte, glaubt mir doch! Was tut ihr denn?!"
    Archie schloss seine Augen und dachte, so stark er nur konnte, daran, endlich aufzuwachen. Die anderen taten es ihm gleich.
    "NEIN! Was tut ihr nur? Hört doch bitte auf!" CR hob seine Hände. Der Himmel verfinsterte sich in unfassbarer Geschwindigkeit. Sturmartige Böen zogen auf. Dicke, schwarze Wolken machten sich über ihnen breit. Blitze wurden umhergeschleudert.
    Wach auf, wach doch einfach auf, flüsterte sich Archie im Gedanken zu. Wach doch einfach auf.
    Und er tat es.

Es war noch immer Nacht. Archie schreckte hoch. Das erste, was er bemerkte, war ein grauenvoller Schmerz in seinem Kopf. Er griff instinktiv an seine Schläfe und fühlte etwas. Etwas Langes, Glitschiges. Er zog heftig daran und entfernte es mit wenig Aufwand.
    Archie starrte auf das, was sich in seiner Hand befand. Seine Augen kämpfen mit der Dunkelheit. Es war noch immer Nacht. Es handelte sich um eine Tentakel.
    Auch Mia erwachte nun mit einem Schrei. Sie zog sich ebenfalls schnell die Tentakel von ihrer Schläfe.
    Archie verfolgte währenddessen, woher die Tentakel zu kommen schien. Er stieß einen lauten Schrei aus, als er es endlich sah.
    Inmitten des Lagerfeuers hockte eine Gestalt, deren Anblick Archie nie vergessen würde. Sie war schwarz und mit vielen Tentakeln übersäht, die ihr aus dem Rücken zu wachsen schien. Ein Auge von der Größe eines Lenkrads war beinahe alles, was sich auf dem Rumpf der Kreatur befand.
    Und zwei der Tentakeln waren noch immer mit Hud und Jinx verbunden.
    Mia hatte nun auch die Kreatur erblickt und begann zu schreien. Sie holte instinktiv die Schrotflinte hervor, die neben ihr lag, und feuerte mehrmals auf die Kreatur ein. Die Schusswunden explodierten mit grünem, zähflüssigen Blut.
    Das Schlimmste daran war, dass die Kreatur selbst stumm war. Sie besaß kein Mund, aber Archie konnte ihr Leid mit ansehen. Nicht nur das: Er konnte ihr Leid fühlen. Er hatte Recht mit seiner Theorie besessen, dass die Kreatur telepathische Kräfte besessen hatte. Er hörte ihren Todesschrei nur in seinem Kopf.

"So, das war's", sagte Hud. Er hatte den stinkenden Leichnam des Traumvampirs mit ein wenig Benzin übergossen und angezündet. Die vier standen rund um die brennenden Überreste der Kreatur und wärmten sich an dem Feuer. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das hier das Merkwürdigste war, was mir diese Woche passiert ist", fügte Hud trocken hinzu, während er sich erneut die Pfeife anzündete.
    "Sicher?", fragte Mia. "Nicht einmal das mit der Kellnerin? Siehst du sie wieder, wenn du gleich schlafen gehst?"
    Jinx gackerte diesmal so stark, dass er sich an den Bauch fasste und über den Boden kugelte.
    "Schau dir das Ding genau an", lachte Archie. "Ich denke, du hast einen Tentakelfetisch entwickelt. Wer weiß, wann du das nächste Mal welche zu sehen kriegst."
    Er hatte sich gerade noch verkniffen, danach zu fragen, was ein Fetisch war. "Können wir bitte nie wieder darüber reden?", knurrte Hud. "So tun, als wäre das hier nie passiert?"
    "Sollten wir besser tun", fügte Archie hinzu. Er drehte sich um und sah, dass das Feuer bei allen Dreien einen Schatten warf, außer bei ihm. Ihm war nicht mehr danach, über die Ereignisse nachzudenken. Ihm war eher danach, zu weinen. "Sollten wir besser tun", flüsterte er sich selbst erneut zu.
   
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