Donnerstag, 13. September 2018

Gespräche auf einem absurden Planeten von Emil Horowitz



Gespräche auf einem absurden Planeten. Darauf muss man sich einlassen können. Mir fiel es nicht leicht und ich legte das Buch beiseite, um ihm eventuell später noch eine Chance zu geben. Ein kurzer Austausch mit dem Autor motivierte mich jedoch, es gleich nochmal zu versuchen.

Eigentlich müsste das Buch der Vollständigkeit halber „Absurde Gespräche auf einem absurden Planeten“ heißen. Denn dieses Sammelsurium an kurzen Dialogen, ist wie aus dem realen Leben gegriffen. Als hätte der Autor in der Kneipe, in der Bahn, im Park diese Gespräche aufgeschnappt und festgehalten. Sie sind so absurd, dass ich, wäre ich ein Alien, schreiend ans Ende der Galaxie rennen würde. Was sind das nur für seltsame Wesen, die auf dem Planeten Erde ihr Unwesen treiben. Sind wir denn wirklich so? Hohl? Diese Frage begleitet mich beim durchblättern des Buches

Der Prolog sagt eigentlich alles aus: Es wird pausenlos geredet, ohne etwas zu sagen. Da haben wir zum Beispiel die Handwerker, die beim zünftigen Bier den neuesten Actionstreifen aus Hollywood analysieren. Oder die beiden Autoren aus der Filmindustrie, die den ganzen Abend aneinander vorbeireden, ohne sich daran zu stören. Smalltalk, eben. Netzwerken und gesehen werden, egal was der Inhalt des Gesprächs ist. Wir haben auch die Götter des Olymp mit im Boot: Aphrodite und Eros, die ihr Spiel mit einem menschlichen Paar spielen. Hänsel und Gretel im Filmstudio. Mehr als „O mein Gott“ muss ich nicht dazu sagen.

Jeder Dialog wird vom Autor kurz eingeleitet. Sprachlich sind sie an die Personen, ihrem sozialen oder himmlischen Stand angepasst, manchmal sehr simpel und umgangssprachlich, manchmal eloquent und hyperintellektuell oder altertümlich, die Sprache der Götter. Die Geschichten könnten ohne Anpassungen als Kammertheaterstück aufgeführt werden. Eine Retrospektive der menschlichen Seele.

Das Büchlein hat was. Es ist auf jeden Fall interessant für Leute, die Sinn für kleine skurrile Geschichten haben und Dialoge lesen mögen.

Eckdaten: eBook, 175 Seiten, Verlag Neobooks
Emil Horowitz

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