Montag, 2. Oktober 2017

Seelenbewahrer von Brian Simons (Travail online, Bd 1)


Ein spannender Einstieg in eine LitRPG Reihe, mit interessanten Figuren, einer satten Handlung und jede Menge Action.

Als mir der Autor sein Buch für eine Besprechung anbot und erwähnte, es basiere auf Videospielen (RPG), zögerte ich zunächst ein wenig, denn ich kannte mich gar nicht mit Videospielen aus. Da das Setting aber größtenteils eine klassische High Fantasy Welt war, also eine Welt, die mir liegt, war meine Neugierde geweckt und ich nahm die Herausforderung an.

Die Rahmenhandlung des Romans startet in unserer Realität. In einer Zukunft, die für uns Menschen gar nicht rosig ist. Es ist eine Zeit, in der Roboter die Menschen von ihren Arbeitsplätzen drängen und die einzige Chance an Geld zu kommen, virtuelle Spiele sind. Vier junge Amerikaner*innen (Coral, Sal, Daniel und Sybil), die sich noch nie persönlich getroffen haben, erhalten in dem Spiel Online Travail eine Quest, die sich gewaschen hat. Um das Ganze noch undurchdringlicher zu machen, bringen Anomalien im System den Spielverlauf durcheinander und gefährden die Spieler, nicht nur virtuell. 

Die Mischung aus Dystopie, Fantasy und Video-Gaming bringt spannende Möglichkeiten in den Verlauf der Geschichte. Ich musste mich erst ein bisschen daran gewöhnen, dass die Figuren Namen hatten, die über ihnen schwebten, wie bei Online Spielern und zwischendurch aus dem Off Meldungen kamen, die eine Punktzahl, verlorene Leben oder neue Eigenschaften ankündigten. Der Autor schafft es aber, diese Features ganz selbstverständlich in die Handlung einzubauen, dass ich mich schnell daran gewöhne.

Plot und Stil harmonisieren miteinander und es gibt einige unerwartete Wendungen in der Geschichte. Ich muss zugeben, ich hatte damit gerechnet, dass die Figuren zweidimensional, übertrieben oder oberflächlich wirkten, aber das Gegenteil ist der Fall. Der Autor schafft es sogar, tief in die Psyche eines Oger einzudringen und einige interessante Details über das angespannte Verhältnis zwischen Elfen und Dunkelelfen ans Licht zu bringen.

Die Übersetzung ist übrigens hervorragend. Ein großes Lob an Frank Dietz. Nichts ist schlimmer, als wenn man beim Lesen anfängt, das Buch in Gedanken zurück ins Original zu übersetzen.
Ich kann mir vorstellen, dass LitRPG auch in Deutschland Fuß fassen wird. Dieses Genre ist nicht nur für Gamer spannend. Es eröffnen sich dadurch ganz neue und spannende Dimensionen in der Welt der Fantasy Literatur.

Dieses Buch lege ich allen Fantasy Fans ans Herz, die offen für Experimente sind. Band zwei der Reihe steht schon auf meiner Wunschliste.


Eckdaten: eBook, 318 Seiten, Selbstverlag über Babelcube
Besuch doch mal den Autor Brian Simons 
Oder den Übersetzer Frank Dietz
Mehr Infos über LitRPG: Wikipedia


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