Sonntag, 27. August 2017

Bastard City von Sebastian Wotschke

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Bastard City
Ein Western, wie er im Buche steht: Im Jahr 1800-schieß-mich-tot: Eine aufstrebende Stadt mitten im Nirgendwo, mit Saloon, Saufereien und Schlägereien. Ein Sheriff, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Nutten, Whiskey und keusche Bürgerstöchter. Jedes Klischee wird bedient, jeder Stilbruch ist erlaubt. Willkommen im Pulp Fiction des wilden Westens.

Rauchende Colts und Bonanza – was habe ich diese Serien früher geliebt!

In Bastard City ist alles im Aufbruch, alles ist möglich. Und doch sind die Menschen in ihrem Verhalten und Handeln an alte Strukturen gebunden.

Bastard City ist ein Western, der sich in Stil und Qualität an die alten Wildwest-Fernsehserien der 70er und 80er Jahre anlehnt. Wenn sprachlich und gedanklich Themen angerissen werden, die gar nicht in Zeit und Ort passen wollen – so what?! Wenn es der Handlung dient, ist doch jedes Stilmittel erlaubt! Die Handlung schillert, die Sprache ist rau und voller klischeehafter Dialoge. Ich gebe zu, ich brauchte eine Weile, um den Stilbruch zu akzeptieren. Er hat mich genauso irritiert, wie die langen Dialoge zu Anfang, die wie ein starres Kammerstück auf mich wirkten und nicht in das Bild eines Westerns passten. Das legte sich aber im Laufe der Handlung und wurde abgelöst durch Action und slapstickartige Situationen. Als ich soweit war, musste ich das Buch in einem Rutsch zuende lesen.

Der Roman greift außerdem sehr ernste Themen auf, die aktueller nicht sein können und Parallelen zum Umgang mit Rassismus, Homophobie und willkürlicher Gewalt im heutigen Land der unbegrenzten Möglichkeiten (und anderswo) aufweisen. Das lässt mich schaudern.
Wenn du dich auf raue Sprache, Klischees und „Haudrauf“ einlassen, und salonfähige Pulp Fiction magst, gar ein Fan der Rauchenden Colts bist, wird es dir ein Vergnügen sein, dieses Buch zu lesen. Yeeehaw!

Eckdaten: Taschenbuch, eBook, 234 Seiten, Selbstverlag (CreateSpace Independent Publishing Platform)
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