Freitag, 5. Mai 2017

[Rezension] Henriette und der Traumdieb von Akram El-Bahay



Schön, dass ihr heute bei mir reinschaut. Ihr hab sicherlich schon die anderen Beiträge zur Blogtour gelesen, zum Beispiel den von Gestern bei Gisela von Giselas Lesehimmel. Hier kommt meine Rezension zu dem fantastischen Buch Henriette und der Traumdieb. Am Ende des Beitrags findet ihr auch meinen Part des Interviews mit Autor Akram El-Bahay sowie weiterführende Links. Morgen könnt ihr den letzten Teil der Tour bei Lilly von Erdbeertörtchen erleben. Genießt jetzt aber die Traumwelt von Henriette!

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Es ist ein Kinderbuch für junge Menschen ab elf. Dennoch möchte ich dieses Buch auch den Erwachsenen ans Herz legen. Denen, die gerne Fantastisches und Märchen lesen und die sich in die Tiefen der Traumwelt entführen lassen möchten.

Hat sich nicht jeder Mensch im Laufe seines Lebens mindestens einmal gefragt woher die Träume kommen und wohin sie gehen? Warum manche Träume voller Leben in 3D und extrem realistisch sind und andere durchsichtig, ausgefranst und kaum zu greifen? Wie kommt es, dass wir in der einen Nacht einen wunderschönen Traum haben und in der darauffolgenden den allerschlimmsten Albtraum aller Zeiten? Und warum bloß erinnern wir uns morgens an jedes einzelne Detail eines Traumes und das nächste Mal ist alles weg, wie ausradiert, als hätten wir nie geträumt?

Auf all diese Fragen hat Akram El-Bahay eine Antwort. Eine ungemein faszinierende und sympathische obendrein: Henriette. Die ihre Träume über alles liebt und übrigens in dem Alter ist, in dem Mädchen ihre Brüder und alle anderen Jungen einfach doof finden. Meistens.

Henriette träumt jede Nacht die allerschönsten Bilder herbei, nur eines Tages sind sie auf einmal fort und lassen sich auch nicht wieder heraufbeschwören. Mit Hilfe ihres Bruders Nick, der doch ganz in Ordnung ist, und dem Besitzer des benachbarten kleinen Buchgeschäfts, macht sie sich auf die Suche nach dem Verbleib ihrer Träume. Henriette muss all ihren Mut zusammennehmen, denn der Weg führt sie bis in das finstere Herz ihrer eigenen Albtraumwelt.

Die Handlung des Romans wird von einer ausgesprochen bildhaften und lebendigen Sprache getragen. Märchenhaft! Ich rieche förmlich den Staub auf den alten Büchern im kleinen Buchgeschäft und spüre die Bedrohlichkeit des finsteren Nachtschattenwaldes fast schon körperlich. Ein Hauch von 1001 Nacht weht durch die Geschichte, gepaart mit einer dünnen Schicht Feenstaub. Ja, so würde ich den Schreibstil von Akram El-Bahay beschreiben. Und er ist keineswegs kitschig! Vielmehr erzeugt er damit eine gewisse Vertrauensbasis für die Leser*innen, um sich vollends in die Geschichte hineinziehen zu lassen. Nüchtern betrachtet halten wir uns ja die meiste Zeit im Kopf von Henriette auf. Das ist doch skurril, oder?  Dennoch spielt das beim lesen der Geschichte gar keine Rolle. Denn bei Märchen und fantastischen Geschichten ist alles erlaubt.

Der Autor spricht mit dem Thema der Geschichte und seinem angenehm märchenhaften Erzählstil junge Leute wie Erwachsene zugleich an. Ein empfehlenswertes Buch! Habt Vertrauen und lasst euch Schicht für Schicht in das Zentrum der fantastischen Traumwelt der tapferen und sympathischen Henriette entführen.

Freud und Jung waren gestern - wir haben jetzt Henriette und Nick! 

Interview mit Akram El - Bahay

Als du noch ein Kind warst, haben dir deine Eltern oder Geschwister zum Einschlafen Märchen erzählt oder aus Büchern vorgelesen? 


Ich habe Märchen vorgelesen bekommen und sie auch auf Europa-Schallplatten gehört (inklusive Kratzern, hakenden Stellen und Knistern). Die Erzählungen aus 1001 Nacht haben genauso zu mir gehört wie Grimms Märchen. Selbst gelesen habe ich erst relativ spät. In der dritten Klasse habe ich mit „Der kleine Vampir“ angefangen. Fünf Jahre später kam „Der Herr der Ringe“. Und ab da wollte ich selbst schreiben.

Wie entstehen die Ideen zu deinen Geschichten, wie war es zum Beispiel bei diesem Buch?


Ideen Sie sind sehr scheu. Sie kommen fast immer unbeobachtet und überraschend. Oft beim Einschlafen. Manchmal im Auto, wenn ich als Beifahrer aus dem Fenster sehe. Oder während eines Films. Eine Einstellung, ein Bild, kann manchmal ausreichen und der Kopf spinnt sich eine Geschichte zusammen.

Ganz lieben Dank an Akram El-Bahay für die tolle Idee zur Blogtour und an den Verlag Ueberreuter für das Leseexemplar. Auch an die Mädels vom Gemütlichen Lesemiteinander. Ihr seid spitze!


Eckdaten: Henriette und der Traumdieb, ab 11 Jahre
400 Seiten, Verlag Ueberreuter

Besuch doch mal den Autor:
Akram el - Bahay (FB)

Nähere Infos über die Blogtour in der Ankündigung

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Kommentare

  1. Wow Lora! Mir haben bisher alle Rezensionen aus unserer Runde gefallen. Deine ist jedoch einfach nur Hammer! Ich bin begeistert.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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  2. Danke Gisela, du machst mich ganz verlegen....

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  3. Liebe May,

    ich kann mich da nur anschließen! Eine wunderbare Rezi und wenn ich das Buch nicht schon gelesen hätte, würde ich es mir sofort zulegen.

    Wie ich die ganze Zeit übersehen konnte, dass Du auch einen blogspot Blog hast, ist mir wirklich ein totales Rätsel.... Jetzt habe ich mich jedenfalls gleich an Deine Fersen gehftet.*lach*
    Liebste Grüße
    Lilly

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    1. Hey Lilly,
      ganz lieben Dank und welcome Follower! :-). Ich bin auch gespannt auf deine Rezi. Schade, dass heute schon der letzte Tag der Blogtour ist.

      Jaaa... da wundert man sich, was Blogspot doch alles drauf hat - wenn es schon mit WP verwechselt wird. :-)

      Ein schönes Wochenenendewünsche ich dir
      LG May

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  4. Awww so wahre Worte =)

    Das mit den Märchen auf Schallplatten kenne ich tatsächlich auch noch aus dem Kindergarten xD So alt bin ich schon xD

    Liebste Grüße,
    Vivka

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    1. Hihi, ja, die Schallplatten. Ich kenne das nur zu gut. Ich hatte als kleines Kind Hänsel und Gretel als Schallplatte. Das Cover mit der fiesen Hexe drauf war so gruselig, dass ich regelrecht Angst davor hatte. Ich habe mal danach gegoogelt, kann es aber nicht finden ... oder es sieht heute so harmlos aus, dass ich es übersehen habe. :-)
      Liebe Grüße!

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    2. Ans Cover kann ich mich tatsächlich nicht erinnen, nur daran, dass wir es gemeinsam gehört haben, wobei ich auch nicht mehr weiß, welche Märchen genau ... Peter und der Wolf hat sich noch am meisten in meinen Kopf gefressen ^^

      Dafür hatte ich früher immer Angst vor der Hexe aus "Schneewittchen" aus den Disneyfilm ^^" Fand die wahnsinnig gruselig und konnte den Film immer nur mit Herzlopfen sehen xD

      Liebste Grüße,
      Vivka

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