Mittwoch, 3. August 2016

Aktion: 3 of a kind - that left me speechless

Heute ist wieder Zeit für diese wunderbare Aktion von Sas von Sas.Verse. Sie findet an jedem Dritten des Monats statt. Dabei soll man drei Medien zu einem vorgegebenen Thema vorstellen. Die Themen sind so anpruchsvoll, dass man schon eine Weile darüber nachdenken muss. Deshalb erfahren wir das Thema schon zwei Wochen im Voraus. Ein Glück! Heute geht es um Medien, die mich aus welchen Gründen auch immer, sprachlos hinterlassen haben.
Diese Aufgabe ist extrem schwer gewesen (ich glaube, das sage ich bei jeder Aufgabe zu dieser Aktion). Aber, wie langweilig wäre das Leben ohne Herausforderungen? Fangen wir an!

Ganz aktuell: Das Buch, dass ich gerade beendet habe, Meer und Mechanik von David Rohlmann und Maria Engels hatte ein Ende, das mich eiskalt erwischt hat.
 Bei dem Buch handelt es sich um eine Steampunk-Anthologie mit lose miteinander verknüpften Kurzgeschichten. Es ist eine Art Science Fiction / Dystopie und Teil einer dreibändigen Reihe. Zum Inhalt: Der Mond ist auf die Erde gefallen (warum, siehe Band zwei der Reihe), weshab der ganze Erdball mit Wasser bedeckt ist. Ganz verstreut lebende Menschen versuchen mit der Situation klar zu kommen. Dafür bedienen sie sich der übriggebliebenen Mechanik.



Zurück zum Ende der Geschichte: Ich werde es euch natürlich nicht verraten. Was mich daran aber sehr beeindruckt hat, ist dass es um eine klassische Auflösung des zentralen Rätsels der Handlung geht. Als Sahnehäubchen obendrauf bleibt aber das Ende dennoch so offen, dass alles noch möglich ist. Da wird die Fantasie der Leser stark angeregt. Ich musste mich regelrecht schütteln, um die Sprache wiederzufinden und meine Gedanken um das offene Ende spielen zu lassen. Raffiniert!

Als nächstes geht es um die von  Netflix produzierte Serie Narcos. Sie hat den Anspruch, möglichst realitätsnah den Aufstieg und Fall des Drogenbarons Pablo Escobar in Kolumbien darzustellen. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines DEA Beamten, der von der amerikanischen Regierung beauftragt wurde, den Drogenmarkt zu beobachten und die kolumbianische Regierung zu beraten. Besonders interessant fand ich, dass die Figuren in ihrer eigenen Sprache sprechen. Die Südamerikaner also Spanisch und die Amerikaner Englisch. Es werden dann jeweils Untertitel mit eingeblendet. Der Schauspieler Wagner Moura, der Pablo Escobar darstellt, sieht ihm nicht nur frappierend ähnlich, er hat seine Rolle auch dermaßen verinnerlicht, dass er sehr authentisch wirkt.

Was mich sprachlos machte, war nicht nur die super Qualität der Serie, sondern vor allem sein Inhalt. Wie die USA zu Beginn sehr naiv die Entstehung der Drogenmaschinerie beobachtet, ohne sie ernst zu nehmen und sofort Konsequezen daraus zu ziehen. Sich dann aber wundert, wie es dazu kommen konnte, dass der amerikanische Drogenmarkt mit Kokain überschwemmt wurde. Erst dann - zu spät - wacht sie auf, gründet die DEA und versucht die inzwischen bereits in der kolumbianischen Gesellschaft etablierten Drogenkartelle zu stoppen. Abgesehen davon, dass ich diese Serie förmlich "inhaliert" habe, hat mich der große Einfluss der Drogenbosse auf die soziale und politische Entwicklung eines Landes noch lange beschäftigt.

Ich musste sehr lange überlegen, was ich als Drittes vorstellen könnte. Nach einem gemeinsamen Brainstorm mit meiner Tochter, sind wir auf den Film Mikrokosmos - Das Volk der Gräser  (1996) gekommen. Zum einen, weil Naturfilme selten die Aufmerksam bekommen, die sie verdienen, und zum anderen, weil der Film eine atemberaubende Technik bei den Mikroaufmahmen von Insekten anwandte. Wir begeben uns als Zuschauer damit auf Augenhöhe mit unseren kleinen Erdenmitbewohnern und erleben die Gefahren denen sie durch Regen und andere Dinge ausgesetzt sind, die wir Menschen im Alltag kaum beachten. Auch hier überzeugt der Film mit seiner Wahnsinnsqualität und mit einem Konzept, das aufgeht und mich damals sprachlos im Kinosessel zurückließ.


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