Mittwoch, 9. März 2016

Rezension: Retro 2032 - Sie vergaßen das Gestern von Peter J. Lang

Taschenbuch, eBook
783 Seiten
Spikinet Verlag

Besuch doch mal den Autor:
Peter J. Lang












 Dieses Buch ist anspruchsvoll. Nicht im literarischen Sinne anspruchsvoll, sondern inhaltlich. Denn das dystopische Europa von 2030, das uns Peter J. Lang präsentiert, beruht auf seinen ausführlichen Recherchen zur realen politischen und sozialen Lage im Jahr 2012 und den daraus resultierenden Prognosen für die Jahre rund um 2030. Einige dieser Vorausschauen sind erschreckenderweise bereits jetzt eingetreten.

Zum Beispiel beschreibt Peter J. Lang in seinem Roman eine Ebolakrise in Westafrika, die der jüngsten Krise von 2015 erschreckend ähnelt. Eine Massenflucht auf überfüllten Booten über das Mittelmeer nach Europa, das unkontrollierte Fortschreiten der Gentechnologie und die sich schließenden Grenzen in Europa kommen auch in dem Buch vor. Das alles gab es 2012 in dem Ausmaß noch nicht und zeigt umso deutlicher, dass das Szenario in dem Roman vielleicht gar nicht so übertrieben dargestellt sein mag.

Das musste ich erst mal verdauen, denn laut Retro 2032 wird die Welt in 15 Jahren alles andere als rosig aussehen!

Dann werden TTIP und mächtige Multikonzerne großen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und soziale Verhältnisse nehmen. Sie hebeln die relativ gut funktionierenden Systeme komplett aus und lassen keinen Raum mehr für Selbstbestimmung und Menschenrechte, dafür aber umso mehr für Extremismus und genetische Experimente an Menschen. Es gibt auch nur noch genmanipulierte Lebensmittel und das Leben ist nichts mehr wert, wenn dir die entsprechende Wirtschaftskraft fehlt. Dann purzelst du ganz schnell an den Rand der Gesellschaft, wo schon Millionen andere vor dir gelandet sind.

Im Stil von Frank Schätzing’s Schwarm hat Peter J. Lang das Ergebnis seiner Recherchen in eine recht spannende Roman-Serie verpackt. Die Protagonisten leben zu Beginn des ersten Bandes in Sierra Leone, Portugal, Brasilien und Deutschland, wo sie ihren ganz individuellen Kampf gegen das System und für das Überleben in einer nicht gerade lebenswerten Welt führen, die von der Profitgier multinationaler Konzerne geleitet wird.

So startet die Geschichte mit mehreren parallel verlaufenden Handlungssträngen, die am Ende zusammengeführt werden. Dabei wird in der Zeit vor- und zurückgesprungen, um Hintergründe zu verdeutlichen oder bestimmte Verhaltensweisen der Charaktere näher zu erklären. Die Charaktere sind gut gezeichnet und ihre Reflektion auf sich selbst und ihre Rolle im Kampf für mehr Menschenwürde wird spannend und differenziert dargestellt. An manchen Stellen verliert sich die Handlung in Details, aber die Stärke des Romans liegt eindeutig in der Verdeutlichung der Konsequenzen, die auf uns zukommen, wenn wir nicht handeln.

Lieben Dank für das Rezensionsexemplar, Peter J Lang.
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Kommentare

  1. Hallöchen Liebes,
    na da hat dir das Buch ja ganz gut gefallen :) Muss ich das doch irgendwann mal lesen :D

    Liebe Grüße
    Charleen

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    1. Moin, moin meine Gute,
      ja mach das. Es würde mich interessieren wie du es findest. :-)
      LG, loralee

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