Montag, 8. Februar 2016

Rezension: Schnee von gestern... und vorgestern von Günther Klößinger

Taschenbuch, ebook
616 Seiten
ePubli Verlag

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Günther Klößinger

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Krimi oder Thriller, womit haben wir es hier zu tun? „Schnee von gestern… und vorgestern“ ist Krimi UND Thriller mit einem Sahnehäubchen Historie und einer Prise Humor. So komplex sich das Genremix für diesen Roman gestaltet, so komplex ist auch die Handlung, denn Günther Klößinger schafft es, auf natürliche Art die Brücke von der heutigen Zeit in die dunkle Nazivergangenheit Deutschlands zu schlagen. Und ich werde auch noch bis kurz vor Schluss im Dunklen gelassen, wo die genauen Zusammenhänge und Motive für die Mordserie liegen.

Die Klammer um die Geschichte bildet die sympathische Patchwork-Familie rund um den englischstämmigen Kriminalbeamten Fox Prancock. Alle Familienmitglieder, inklusive Ex-Frau, sind jeweils in scheinbar ganz unterschiedliche Kriminalfälle verwickelt. Seine Tochter ist zum Beispiel in ein Integrationsprojekt für Asylanten involviert, das plötzlich von Unbekannt attackiert wird. Die Ex-Frau hat von der lokalen Zeitung den Auftrag bekommen, einen Artikel über den längst verjährten ungeklärten Mord an einem respektablen Gemeindemitglied zu schreiben. Prancock selbst erhält im Urlaub in Frankreich einen Hilferuf, den er nicht ignorieren kann. Klingt ziemlich verworren? Das ist es auch. Gerade das ist aber das Spannende an diesem Roman. Ich fragte mich beim Lesen immer wieder, wie der Autor es bloß schaffen will, diese Erzählstränge zusammenzubringen. Es funktioniert tatsächlich - logisch und nachvollziehbar.

Leider verliert sich der Roman an manchen Stellen zu sehr im Detail und es fällt mir schwer, die Spannung wie auch den roten Faden wieder zu finden. Ich werde in solchen Situationen meist ungeduldig und blättere heimlich vor (womit ich mich jetzt als ungeduldige Leserin geoutet habe). Sehr interessant dagegen, fand ich die Erläuterungen über den Nazi-Filz, der von einer kleinen Ortschaft von den Kriegsjahren bis heute schweigend geduldet oder sogar unterstützt wird. Mir gefiel der Erzählstrang rund um die Jugendlichen und  ihre Hilfs-Initiative für Asylanten sehr gut. Die Protagonisten sind sehr vielschichtig und derart lebendig beschrieben, dass ich schnell ganz viele Bilder dazu im Kopf habe.

Ja, das Buch ist dick. Ja, es lohnt sich auf jeden Fall es zu lesen. Insbesondere, wenn du dich für die Nazivergangenheit Deutschlands und für Krimi-Thriller rund um dieses Thema interessierst. Ach ja, die Geheimdienste habe ich vergessen zu erwähnen und die Nonnen und... Ich werde die Fox-Kimi Reihe auf jeden Fall im Auge behalten.

Lieben Dank Günther Klößinger, für das Rezensionsexemplar.
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