Freitag, 18. Dezember 2015

Rezension: Joli Rouge von Alexandra Fischer

eBook
355 Seiten
Selbstverlag

Besuch doch mal die Autorin:
Alexandra Fischer














Als ich dieses Buch entdeckte, wusste ich, dass ich es unbedingt lesen muss, denn Genre und Inhalt trafen genau meinen Geschmack und weckten meine Neugier. Joli Rouge ist ein außergewöhnlicher historischer Roman, da detaillierte sachliche Erläuterungen in die Handlung eingebettet sind. Der Roman  beschreibt das Aufstreben der Piratin Jacquotte Delahaye von einer schutzbedürftigen Waise zu einer selbstbewussten Piraten-Legende des 17. Jahrhunderts.

Die Piraterie in der Karibik wird nicht beschönigt oder romantisiert, vielmehr wird auch die Kehrseite des freien Lebens aufgezeigt. Es herrschten damals raue Sitten, erst recht wenn sich Frauen in eine absolute Männerdomäne hinein wagten, und gleichzeitig ihre Unabhängigkeit bewahren wollten.
Der Roman ist sehr gründlich recherchiert. Nicht nur bezüglich der recht wirren politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der Karibik  (die mir jetzt durch die verständlichen Erläuterungen der Autorin viel klarer geworden sind). Auch die Lebensweise der Menschen wird sehr ausführlich und plastisch beschrieben, wie zum Beispiel die Jagdtechniken, die Mahlzeiten oder die sozialen Strukturen.

Das Zusammenspiel von realitätsnaher Kulisse und Handlung macht die Geschichte von Jacquotte lebendig und glaubwürdig. Dabei kommt die Spannung nie zu kurz, denn Jacquotte hatte mächtige Feinde, die ihr nach dem Leben trachteten. Sie konnten einfach nicht zulassen, dass eine Frau als vollwertiges Mitglied in die „Bruderschaft der Küste“ (ein Zusammenschluss französischer Piraten) aufgenommen wurde. Jacquotte musste deshalb immer auf der Hut sein und manches Mal zu kreativen Maßnahmen greifen, denn sie wusste nie genau wer gerade Freund oder Feind ist.

Die Charaktere in dem Roman sind sehr plastisch beschrieben. Ich kann mir die unberechenbaren Piraten lebhaft vorstellen und es wundert mich nicht, dass das Seemannsgarn damals besonders dick gesponnen wurde. Da mein Französisch und mein Seemannswissen nicht besonders gut sind, bin ich hin und wieder über Begriffe – vor allem Fachbegriffe – gestolpert, die ich nicht kannte. Ein Glossar wäre an dieser Stelle gut gewesen. Ich hätte mir auch eine Namens- und Personenliste gewünscht, da die Piraten gerne und häufig ihren Namen änderten, was einige Male bei mir für Verwirrung sorgte.

Es hat großen Spaß gemacht, diesen Roman zu lesen und einen Einblick in die reale Welt der damaligen Piraten in der Karibischen See zu bekommen. Diese „echten“ Piraten waren tatsächlich deutlich vielschichtiger, als die von Disney und Co. erdachten. Ich habe zusammen mit Jacquotte und ihren Freunden herzhaft gefiebert, geweint, gelacht und geflucht. Es ist bewundernswert, wie zielstrebig diese Frau, trotz aller Wiederstände und Fehltritte, ihren großen Traum bis zum Schluss verfolgt hat.

Dieses Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert für Leute, die das Zusammenspiel von historischen Fakten, Spannung und Abenteuer lieben.

Lieben Dank Alexandra Fischer, für das Rezensionsexemplar. (Das Buch schlummerte tatsächlich bereits eine Weile in meinem SuB, bis die Autorin mich um eine Rezension bat.)
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1 Kommentar

  1. Ahoy Lora,

    vor Kurzem kam die Geschichte ja neu heraus und mich konnte dieses Buch durch und durch begeistern und es wird definitiv mein Monatshighlight ♥
    Diesen wahnsinnig aufreibenden Charaktere, Jacquottes Stärke... und vor allem: Tête-de-mort! Ich finde ihn einfach großartig und hach, er konnte mich auch sooooo berühren *-*

    Ich lasse dir dann mal liebste Grüße zum Wochenende und ganz frech auch noch meinen Link da, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2017/01/joli-rouge.html

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