Mittwoch, 23. Dezember 2015

Rezension: Die Luft da oben von Pauline Keller

Taschenbuch, eBook
244 Seiten
Selbstverlag, BOD
















Stell dir vor, du bist ein 1,82 großes Mädchen. Wie kommst du damit klar? Du fühlst dich als Jugendliche sowieso unwohl in deiner Haut und dann das noch. Pauline Keller wagt sich mit ihrem Roman „Die Luft da oben“ an ein interessantes Thema und untersucht die aufgewühlte Gefühlswelt einer jungen Frau, deren Selbstbewusstsein bis in die Wurzeln erschüttert ist. Es ist ein Buch, das jungen Leuten Mut macht, einen anderen Blick auf ihre eigene Situation zu werfen. Denn manchmal kommt es ganz anders als man ursprünglich geglaubt hat. Es ist ein Buch für junge Frauen, die sich für das Schicksal einer "Außenseiterin" interessieren.

Lena steckt in einem Konflikt. Mit ihren Eltern, die eine ganz andere Karriere für sie vorgesehen haben, als ihr selbst vorschwebt. Mit ihrer besten Freundin, die sie nach Strich und Faden ausnutzt. Überhaupt, mit allen Menschen und am allermeisten mit sich selbst. Ihr fehlen ganz klar Selbstwertgefühl und Durchsetzungskraft. Dabei hat sie allen Grund stolz auf sich zu sein. Sie hat studiert, gegen den Willen ihrer Eltern. Und sie hat einen super Abschluss hingelegt, in einem Fach das ihr gar nicht liegt. Die Studienfachwahl war ein Kompromiss, um den Frieden mit ihren Eltern aufrechtzuerhalten. Und dann ist da noch ihre Körpergröße, viel zu lang für ein Mädchen. Lena fühlt sich rundum unwohl. Einzig ihr Freund Christian steht hinter ihr und stärkt ihr den Rücken. In ihr schlummert aber eine Kraft, die sie nicht erkennt, weil sie sich in ihren Selbstzweifeln verliert. Eines Tages flattert eine Einladung zu einem Klassentreffen ins Haus und dann wird auf einmal alles anders.

Die Autorin stürzt mich kopfüber in die aufgewühlte Gefühlswelt der Protagonistin, die sich im Großteil des Buches im Selbstgespräch befindet. Ich werde in die Erinnerungen an meine eigene Schulzeit zurückkatapultiert, in die Zeit, wo man mitten in der Entwicklung steht, wo die Hormone verrückt spielen und die Eltern gleich mit. Wo auch ein rauer, direkter Ton unter Jugendlichen herrscht und man sich selbst am meisten im Weg steht. Lena kreischt, sie schreit ihre Eltern an, ihre beste Freundin, ja sogar ihren Freund und niemand scheint sie zu hören. Sie macht sich und der Welt Vorwürfe, klagt an, und bleibt mit ihrem Problem allein. Der unverblümte Schreibstil der Autoren gibt die Selbstzweifel der Protagonistin in einer Art wieder, die mir fast weh tut. Ich möchte Lena schütteln, aufwecken. Und ich atme hörbar auf, als ihr die Erkenntnis allmählich kommt. Die Protagonisten sind authentisch, wobei ich Lena als etwas übertrieben in ihrer Wahrnehmung empfunden habe. Es gibt ein paar Strecken in dem Roman, die sich im Detail verlieren und dadurch in die Länge ziehen. Ich habe in dem Fall ein bisschen vorblättern müssen.

„Die Luft da oben“ ist ein Roman über eine junge Frau voller unberechtigter Selbstzweifel. Sie befindet sich in einer Lebensphase, wo sie auf der Suche nach ihrem Selbstwertgefühl ist, um sich in der Welt behaupten zu können. Ich muss zugeben, dass dieser Roman nicht ganz mein Fall war, weil ich mich nicht allzu sehr für Jugendliteratur interessiere. Dennoch kann ich das Buch an junge Leserinnen weiterempfehlen, die sich für diese Thematik interessieren.

Ich bedanke mich bei Marianne Keller für das Rezensionsexemplar.
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Kommentare

  1. Danke für die Rezi. Ich hatte bisher von dem Buch nichts gehört, aber du hast mich neugirig gemacht und das buch steht jetzt auf meiner -wunschliste.

    LG Anne

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    1. Das freut mich, liebe Anne. :-)
      Liebe Grüße
      loralee

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  2. Danke für die Rezi. Ich hatte bisher von dem Buch nichts gehört, aber du hast mich neugirig gemacht und das buch steht jetzt auf meiner -wunschliste.

    LG Anne

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