Samstag, 5. Dezember 2015

Rezension: Der blutende Planet von Markus L. Stettler

eBook, Taschenbuch
562 Seiten
Selbstverlag
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Markus L. Stettler















Hallihallo, was für ein Straßenfeger! Der erste Teil der Weltraumlegende „Die Vierte Energie“ warf mich in eine komplett fremde Welt. Und ich will unbedingt mehr davon. Detailreich und bildhaft beschrieben, baute sich diese Welt schnell vor meinem inneren Auge auf. Ich fieberte mit und knabberte an meinen Fingernägeln, als der unausweichliche Krieg ausbrach und Raumschiffe ineinander krachten. Hier wird eine äußerst komplexe Welt aufgebaut und mit Action nicht gespart. Ein sehr spannender Science Fiction.

Der Roman ist detailreich in der Beschreibung der Planetensysteme, der Kolonien und der Bewohner des Sonnensystems Gasa. Auch die Raumschiffe, Materialien und Waffensysteme kann ich mir bildhaft vorstellen. Und schließlich die Figuren: schillernd, fröhlich, liebend, zweifelnd, meditierend, pragmatisch, böse - alles dabei. Und zwar in fast jedem Einzelnen von ihnen. Natürlich gibt es Gut und Böse, aber so einfach ist es auch wieder nicht. Generationenkonflikte, soziale Ungleichheit und Fremdenhass haben großen Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaften. Sie sind eben menschlich. Zeitverschiebungen, Traumdeutungen, verschwimmende Grenzen zwischen Realität und Irrealem machen diesen Roman nochmal doppelt spannend und fast schon verwirrend.

Das mühevoll nach dem „großen Maschinenkrieg“ aufgebaute Gleichgewicht zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und bewaffnetem Schutz gerät aus dem Gleichgewicht, als dieses Gesellschaftssystem rigoroser umgesetzt werden muss, um weiter stabil bleiben zu können. Zum Beispiel werden Kinder schon früh von den Eltern getrennt und jeweils in eine der drei Bereiche gepresst. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. In diesen unruhigen Zeiten wagen es drei junge Leute, sich für Selbstbestimmung und Freiheit einzusetzen. Die Eskalation lässt nicht lange auf sich warten. Kämpfe im Raum, in der Luft und am Boden bestimmen in den letzten zwei Dritteln des Romans die Handlung. Dabei wechselt der Autor zwischen den einzelnen Schauplätzen und den jeweiligen Perspektiven der Helden – der Rebellin ND, des Offiziers Leons und des Novizen Franzin. Durch die ausführliche Beschreibung des Systems im ersten Drittel des Romans behält die Handlung durchgehend Tiefe und es bleibt spannend bis zum Schluss.

Ein Cliffhanger bleibt nicht aus. Kein fieser, aber ausreichend, um unbedingt weiter lesen zu wollen.

Dieses Buch hat es in sich. Im rasanten Tempo werde ich durch die Handlung gepeitscht. Zwischendurch bleibt etwas Zeit zum Luft holen in den etwas skurrilen philosophischen Abschnitten, nur um gleich wieder bei Höchstgeschwindigkeit weiter zu rasen. Für meinen Geschmack nehmen die Kämpfe im letzten Drittel etwas zu viel Raum ein. Dennoch empfehle ich,  ohne zu zögern, diesen ersten Band der Weltraumlegende allen Freund*innen des Science Fiction.

Danke Martin Stettler, für das Rezensionsexemplar.
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