Samstag, 3. Oktober 2015

Rezension: Das Licht der Welt

Taschenbuch, eBook
1134 Seiten
Goldmann Verlag
Trilogie, Band 2
Besuch doch mal den Autor:
Daniel Wolf













Ich bin in den letzten Monaten durch dystopische Welten geschliddert und habe Kriminalbeamten über die Schulter geschaut. Es wurde langsam Zeit, mal etwas ganz anderes zu lesen. Ich brauchte etwas seichtes und ruhiges, das aber trotzdem die Spannung hält und obeindrein Interessantes bietet. "Das Licht der Welt" erfüllte all diese Kriterien zu meiner Zufriedenheit.

Der zweite Teil der historischen Trilogie von Daniel Wolf dreht sich wieder um die Familie Fleury und die fiktive Stadt Varenne-Saint- Jacques in Lothringen. Michel Fleury ist Bürgermeister der inzwischen freien Stadt Varenne und es keimen erste Demokratisierungsideen auf. Die Trennung von Kirche und Stadtverwaltung wird genauso geprobt, wie innovative Ideen ausprobiert - im Handel wie in der Bildung - die erste städtische Schule wird gegründet und die erste weltliche Buchwerkstatt nimmt seine Arbeit auf. Der Wiederstand gegen diese Neuerungen ist groß. Die Familie Fleury muss sich gegen mächtige Feinde behaupten.

Das ist der interessante Part der Geschichte. Was die Spannung angeht, haben wir es reichlich mit Intrigen, Überfällen, Schlachten und Belagerungen zu tun. Das Schicksal der Familie Fleury ist inzwischen noch enger mit dem Schicksal der Stadt verknüpft. Leider folgt die Handlung allzu offensichtlich dem selben Muster wie der erste Teil der Reihe, "Das Salz der Erde". Die Erlebnisse, Barrieren und Glücksmomente, die Rémy Fleury, Sohn von Michel Fleury erlebt, sind den Erlebnissen seines Vaters als junger Mann allzu ähnlich. Schade. Dennoch liessen mich Schreibstil und Spannung durch die rund 1100 Seiten gleiten, als hätte ich nicht den dicksten Schinken aller Zeiten in der Hand. Die ausführliche Beschreibung von Politik und Handel sind so interessant und lebendig erzählt, dass ich mich direkt in das 13. Jahrhunder zurück versetzt fühle und mir gut vorstellen kann, wie eine Stadt in der Zeit tatsächlich funktionierte.

Das Licht der Welt ist ein solider historischer Roman ohne große Überraschungen. Das Setting fokussiert auf die damaligen politischen Verhältnisse und die Rolle des Handels im Kampf um die Macht in der Region. Die Geschichte ist leicht verdaulich und weist eine spannende Handlung rund um die sympathische Familie Fleury und ihren Freunden und Feinden auf. Der ideale Schmöker für zwischendurch.

 Ich bedanke mich bei Daniel Wolf und den Goldmann Verlag. Ich hatte das Buch im Rahmen des Fragefreitags bei Lovelybooks gewonnen.
SHARE:

Keine Kommentare

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich sehr über Kommentare von euch!

© Lora liest. All rights reserved.
Blogger Designs by pipdig