Montag, 24. August 2015

Rezension: Rauklands Sohn von Jordis Lank


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Taschenbuch, eBook
364 Seiten
Band 1 der Raukland Trilogie
Verlagshaus El Gato
Verlagshaus-El-Gato.de

Besuch doch mal die Autorin
Jordis Lank

Ab 14 Jahre









Der erste Band der bereits komplett erschienenen Raukland Trilogie fesselt mich. Es ist nicht nur die Spannung der Geschichte, die mich in ihren Bann zieht, sondern auch die bildhaften und detailreichen Beschreibungen der mittelalterlichen Alltagsszenen. Ich schmecke förmlich den ranzigen Fischtran, der aufgetischt wird und höre den Wind, wie er über die Hochebene fegt. Wir haben es hier mit einem klassischen YA Abenteuerroman zu tun, bei dem die Entdeckung von Freundschaft und auch ein bisschen Liebe ausreichend Raum bekommen.

Ohne Umschweife werde ich schonungslos mitten in die Handlung geworfen und zwar in eine üble Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn. Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Toran, Königssohn im mächtigen Raukland, hat seinen Einsatz bei der entscheidenden Schlacht gegen König Belingor wortwörtlich verschlafen und wird deshalb von seinem Vater in ein winziges abgelegenes Inselreich verbannt. Dort hat er ein Jahr Zeit, die Aufgaben zu erfüllen, die ihm vom Inselkönig gestellt werden. Wenn das klappt, wird er Herrscher der Insel und hat bewiesen, dass er würdig ist, das Thronerbe in Raukland anzutreten.

Toran ist ein bärbeißiger, muskelbepackter Haudegen. Seit seinem fünften Lebensjahr wurde er schonungslos zum Krieger und zukünftigen König gedrillt. Was die sozialen Kompetenzen angeht, ist er eher ein Krüppel. Er kennt keine Freundschaft, keine Liebe und vermisst beides auch nicht. Was soll ein erfolgreicher Soldat damit? Das lenkt nur ab. Zu Beginn der Geschichte ist er mir sehr unsympathisch. Wo er hintritt, wächst kein Gras mehr. Durch die Aufgaben, die er lösen muss, ist er aber gezwungen, sich mit den Inselbewohnern auseinanderzusetzen und seine Handlungen zu reflektieren, inklusive sympathischer Situationskomik. Denn eines wird schnell klar - er kann die Aufgaben nicht allein bewältigen, er braucht Hilfe aus dem Dorf. Aus einer Zweckgemeinschaft mit dem Händler Liam entwickelt sich im Laufe der Geschichte eine tiefe Freundschaft und Ronan wird zu einem sehr sympathischen Kerl.

Sprache und Stil der Geschichte sind geradlinig und klar. Man merkt, dass die Autorin großen Wert auf eine tiefgehende Recherche gelegt hat. Dementsprechend realistisch wirken die Beschreibungen von Landschaft, Flora, Fauna bis hin zu den Waffen und Kampfszenen. Dieses Setting lässt den simplen Plot und die Protagonisten nicht flach oder kitschig erscheinen. Die Inselbewohner haben ihren speziellen Insel-Charme im Umgang mit dem Fremden und den Fettnäpfchen, in die er springt. Die Dialoge sind von einem angenehmen Humor geprägt. Zeitweise ist der Handlungsverlauf vorhersehbar, was mich aber nicht allzu sehr stört.

Ich habe mich in der Geschichte wohl gefühlt. Der Mix aus Erläuterungen (etwa von Fechttechniken), Stimmungsbildern und Spannung ist gut getaktet und trägt mich durch die Geschichte. "Rauklands Sohn" ist eine kurzweilige Abenteuergeschichte und darum auf jeden Fall empfehlenswert. Ich bin neugierig auf den weiteren Verlauf der Trilogie.

Danke an die Autorin für das Rezensionsexemplar
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