Mittwoch, 5. August 2015

Rezension: Liebe und Zorn von An Lin

Taschenbuch, eBook
228 Seiten
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Publishing Platform

Band 1 der Reihe:
Im Bann der Shinto-Götter

Besuch doch mal die Autorin:
An Lin










Warum regnet es auf einmal Hagelkörner? Warum kommt eine Überschwemmung in der Dimension eines Tsunami von der Landseite? Warum fangen Bäume an zu brennen? Na logisch, weil die Götter zornig sind! Mit einem ungewöhnlichen Schreibkonzept zieht mich die Autorin mitten in die komplexe Welt der japanischen Kultur und Mentalität.

Ich muss zugeben, dass ich zunächst Schwierigkeiten hatte, mich auf den unkonventionellen Schreibstil der Autorin einzulassen, bis mir aufging, dass er auf interessante Weise unterschiedliche Fassetten der japanischen Mentalität wiederspiegelt.

Die Studentin Mei Kuno, Hauptcharakter des Romans, spricht nach einer unerklärlichen Naturkatastrophe ein Gebet an einem Shinto-Schrein in Kyoto und zieht damit die Aufmerksamkeit der Götter auf sich. Diese sind zornig, weil der Schrein unreflektiert vom japanischen Premierminister umgewidmet wurde. Nun soll Mei ihnen dabei helfen, den Fehler wieder gut zu machen. Der Chinese Tián Shen soll ihr bei dieser Mission helfen - in den verliebt sich Mei. Dummerweise ist der unberechenbare Donnergott in Tián gefahren und nutzt ihn, um mit Mei zu kommunizieren. Mei weiß nie genau mit wem sie es gerade zu tun hat, wenn sie mit Tián spricht. Das Verhältnis der drei entwickelt sich fast zu einer typischen Dreiecksliebesgeschichte - ein Nebenschauplatz des Romans.

Die Autorin benutzt eine sehr bildhafte Sprache. Ich habe den Eindruck, dass der Schreibstil die beliebten japanischen Literaturgenres wiederspiegelt. Die ausführlichen langatmigen Beschreibungen der religiösen Rituale erinnern mich zum Beispiel an den Stil von Klassikern wie "Musashi" von Eiji Yoshikawa. Bei den rasanten kurzatmigen Dialogen und Actionszenen habe ich ganz starke Manga- oder Animebilder im Kopf. Diese Wechsel im Erzählstil machen die Geschichte sehr interessant. Hinzu kommen noch Zeitsprünge in Form von Rückblenden und Vorausschauen. Manchmal setzt die Autorin allerdings ein zu tiefes Wissen über die japanischen Gepflogenheiten voraus, was bei mir manchmal für Verwirrung sorgte.

 Mit ihrem Debüt hat An Lin eine interessante und spannungsgeladene Fantasy-Reihe entwickelt – mit einer kleinen Prise Romance. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie uns auch die Kultur und Mentalität Japans umfassend näher bringt. Wenn die Autorin es noch schafft ihren Schreibstil zu verfeinern, hat diese Reihe in meinen Augen eine Menge Potential zu bieten. (3,5 Sterne)

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 Ich habe das Buch im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde gelesen, an der auch die Autorin teilgenommen hat. Ich fand es toll, dass sie die Anmerkungen der Leser*innen angenommen hat und zum Teil sogar schon für den zweiten Band eingeplant hat. Ich bedanke mich bei An Lin für das Rezensionsexemplar.
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Kommentare

  1. Danke für die Rezi! Um das Buch schleiche ich schon eine Weile herum, weil ich das Cover so schön finde, aber ich habe es noch nicht gekauft.

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    1. Hallo Evanesca,
      so ging mir das auch. Das Cover hat magnetische Wirkung. :-)
      LG
      loralee

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  2. Huhu Lora,
    das hört sich nach einem sehr interessanten Buch an. Mit ihrer Liebe zu Japan, bringt die Autorin einen etwas anderen Stil auf den Büchermarkt.
    Sehr schöne Rezension.
    Liebe Grüße Tanja :o)

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    1. Danke schön, liebe Tanja,
      Bei dem Buch merkt man tatsächlich, wie ausführlich die Autorin sich mit der japanischen Kultur auseinander gesetzt hat. Bewundernswert.
      loralee

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Ich freue mich sehr über Kommentare von euch!

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