Samstag, 8. August 2015

Rezension: Messer und Herz von Jan P. Zille

Messer und Herz
e-Book
20 Seiten
Selbstverlag
Teil 1 der Reihe
"Die Tote Reihe"

Besuch doch mal den Autor:
Jan P. Zille











Ok, vielleicht stecke ich momentan etwas zu tief im Krimi-Modus, es fangen nämlich schon die Toten an mit mir zu sprechen. Aber … sie tun es ja tatsächlich!! Sofort lese ich die Geschichte in einem Rutsch durch und mache dann ein dickes „unbedingt merken“ Kreuz an die „Tote Reihe“ von Jan P. Zille. Die werde ich auf jeden Fall weiter verfolgen.

Es spricht also ein Toter mit mir: Ein toter 15jähriger Junge, der von einem Unbekannten ermordet wurde und selbst aus dem Vorraum zum Jenseits wissen möchte, wer das war. Er beginnt trotz seiner „Einschränkung“ zu ermitteln und bekommt Hilfe von einem Kriminalbeamten, der die Angewohnheit hat, den Ermordeten den neuesten Ermittlungsstand zu erzählen. Der Junge weiß aber auch, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, um den Fall zu lösen.

Wir haben es hier nicht mit Zombie-Horror oder weichgespülter Esoterik zu tun. Der Junge erzählt in nüchtern und direkter Art die Begebenheiten aus seiner persönlichen Perspektive – der eines toten Jugendlichen. Und das ohne Umschweife und in kurzen, klaren Sätzen. Wenn es sich hier nicht um einen Toten handelte, würde ich sogar sagen: Frisch und knackig. Dabei setzt der Autor sehr geschickt, weder übertrieben noch aufgesetzt, die Jugendsprache inklusive einer Prise Humor als wesentliches Stilmittel ein. Um eines mal klar zu stellen, wir habe es in diesem Fall mit einer waschechten Nervensäge zu tun. Einem Jungen, dem es großen Spaß macht sein Umfeld zu terrorisieren. Und dennoch wirkt er ein stückweit sympathisch. Es gibt eben kein Gut und Böse im Totenreich.

Auf nur 20 Seiten zaubert der Autor eine tiefgründige und ungewöhnliche Kriminalgeschichte, die eine völlig unerwartete Perspektive einnimmt. Der Protagonist wirkt sehr realistisch und hinterlässt bei mir einen starken Eindruck.

Ich behaupte jetzt mal, wir haben es bei dieser Geschichte mit einem Goldstück zu tun. Wer also schon immer wissen wollte, wie Tote ticken, und keinen Sinn für überflüssige Umschweife hat, sollte sich dieses kurze Erzählstück zu Gemüte führen. Es lohnt sich unbedingt. Jan P. Zille, diesen Namen werde ich mir merken und in der Zwischenzeit Teil 2 der Reihe lesen.

Mein Dank an den Autoren für das Rezensionsexemplar.
SHARE:

Keine Kommentare

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich sehr über Kommentare von euch!

© Lora liest. All rights reserved.
Blogger Designs by pipdig