Freitag, 3. Juli 2015

Dit un Dat: Stern oder kein Stern, das ist hier die Frage!





Ich schreibe gerne Rezensionen. Auch wenn sie nicht die allerbesten sind, sie helfen mir über das Buch zu reflektieren. Ich lese es bewusster, wenn ich weiß, dass ich es rezensieren werde. Wenn ich das Buch zu Ende gelesen habe, setze ich mich zeitnah an meinen Notizblock und lasse meinen Eindrücken zu dem Buch freien Lauf. Das ist ein schönes Gefühl, irgendwie befreiend. Bis es zur Bewertung kommt.


2 Sterne, 3 oder doch 4? Es fällt mir immer schwerer, mich zu entscheiden. Und wenn ich mich festgelegt habe, bleibt immer ein bitterer Beigeschmack zurück. Aber warum eigentlich? Ich frage mich wer das Bewertungssystem erfunden hat, was ist der Sinn dieser Sterne? Wir Buchblogger sind doch dafür bekannt dafür, dass wir unsere ureigene subjektive Meinung zu den Büchern äußern. Und dann sollen wir scheinbar objektive Sternchen vergeben? Das passt nicht zusammen, oder? 

Ich bin frustriert und mache mich auf die Suche nach Antworten. Ich brauche gar nicht so lange zu schauen. Es gibt tatsächlich Blogger*innen, die auf die Bewertungssterne verzichten. Innerhalb kürzester Zeit finde ich schon eine ganze Handvoll davon. Aber was motiviert sie dazu, auf die Sterne zu verzichten? Ich schreibe kurzerhand Satu von Wortwucher  an und bekomme eine ausführliche Antwort von ihr, in der sie mehrere Gründe für den Sternenverzicht aufführt. 

Satu möchte als Autorin ihre eigenen Kollegen nicht bewerten. Dann war sie unzufrieden mit ihren Bewertungen, weil ihr die feineren Abstufungsmöglichkeiten zwischen den Sternen fehlten. Und schließlich hat sie der Bewertungsdruck genervt:

„Denn was ich nicht mag, können andere ganz toll finden (siehe Twilight und Shades of Grey). Die finde ich grottig und könnte gerne einen Stern vergeben. Aber andere finden die Bücher großartig.  Insofern kann man sich an den Sternen ohnehin nicht orientieren.“
Deshalb ersetzt sie heute die Sternebewertung mit einer Leseempfehlung.

Ich finde die Antwort von Satu spannend, denn gerade der letzte Teil entspricht meinen Empfindungen. Und ich muss zugeben, ich tendiere auch dazu, die Sterne ganz einfach wegzulassen.

Wie seht ihr das? Wie ist eure Erfahrung mit der Sternewertung? Könntet ihr euch vorstellen, auch ohne auskommen, oder tut ihr das bereits? Ich bin gespannt auf eure Antworten.
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Kommentare

  1. Am Anfang hatte ich auch auf Sterne verzichtet, eben auch weil es nicht ganz gerecht ist. Allerdings habe ich bemerkt, dass ich selbst bei Bewertungen immer zuerst auf die Sterne schaue, und dann erst den Text lese. Deshalb habe ich sie auch auf meinem Blog eingeführt und alle Beiträge nachträglich bearbeitet.
    Lg Lara

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    1. Hallo Lara,
      oje, da hast du dir aber ganz schön viel Arbeit gemacht. Ich achte auch auf die Bewertungssterne wenn ich Rezensionen lese, aber eher aus Gewohnheit. Ich bin immer noch nicht 100 Prozent entschlossen, was ich tun soll...
      LG
      loralee

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  2. Hey Du,

    so wirklich nachgedacht habe ich über die Sternefrage bislang eigentlich nicht. Bei mir gibt es keine, weil ich sie einfach auch bei anderen wenig aussagekräftig finde. Ob da jetzt zu lesen ist "Das war ein richtig schönes Buch" oder eben fünf Sterne vergeben werden bringt mich erst mal gar nicht weiter. Allerdings erzeugt der ausgeschriebene Satz schon mal direkt eine positive Grundstimmung. Und dann mag ich auch eher weiterlesen, weil ich genauer wissen möchte, was an dem Buch jetzt so toll war. Ist eigentlich blöd, aber eine bloße Sternevergabe ist für mich wesentlich weniger motivierend, mich mit einer Rezi zu beschäftigen, als eine begeisterte Einleitung.

    LG
    Meike

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    1. Hallo Meike,
      hm, das ist ein interessantes Argument. "Das Buch ist schön" bringt als Aussage nur etwas, wenn man den/die Rezensenten kennt und einschätzen kann, ob er/sie den gleichen Geschmack hat wie ich.
      GrÜße
      loralee

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  3. Hallo loralee,

    hm, tja, eine gute Frage.
    Ich selbst schaue eigentlich tatsächlich auch immer zuerst auf die Sterne.
    Dass die eine subjektive Bewertung des Rezensenten darstellen, wissen wir ja alle, aber das macht eine Leseempfehlung nach dem Motto "Das Buch ist schön" ja auch.
    Für mich gibt die Stern-/Schaf-/was auch immer-Bewertung erst einmal einen ersten Einblick, wie der Rezensent das Buch fand. Da man mit der Zeit ja auch ungefähr merkt, wer ähnlich tickt wie man selbst, auf ähnliche Dinge achtet oder eben ganz gegensätzlich empfindet, kann man ggfs auch schon mehr daraus "lesen" als nur die Zahl der Sterne.
    Mir selbst helfen sie auch, die Bücher nach meinem Empfinden mit anderen zu vergleichen, wobei das natürlich immer ein sehr subjektiver Eindruck ist. Zumal mir ein Buch heute richtig gut gefallen kann und ich morgen gar nichts damit anfangen kann, oder anders herum.
    Ich denke, wichtig ist, sich keinesfalls Druck zu machen...
    Rezis tippen sollte in erster Linie Spaß machen, finde ich.
    Und wenn ich anderen Lesern damit eine Entscheidungshilfe geben kann, umso schöner ;-)

    Liebe Grüße,
    Agnes

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    1. Sehr wahre Worte, meine Liebe Agnes. Du hast es auf den Punkt gebracht. Dennoch bin ich noch nicht 100% entschieden, wie ich weiter vorgehen soll. Vielleicht probiere ich es einfach bei den nächsten 2-3 Rezensionen aus, wie es ohne Sterne ist.
      Lieben Gruß
      loralee

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  4. Wieder eine sehr interessante Frage :)

    Ich kann da Agnes nur zustimmen und wollte in etwa das gleiche schreiben^^

    Ich denke jeder sollte für sich raus finden, wie er es am besten machen möchte und mich welchem System er sich am wohlsten fühlt. Ich Persönlich finde die Spannbreite von 5 Sternen auch nicht so glücklich, da mir die Abstufungen fehlen, aber ich habe mich zumindest im Moment damit angefreundet :)
    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Moin Tanja,
      du sagst es, man sollte schauen, mit welchem System man glücklich wird. Wenn Wortwucher, zum Beispiel eine Leseempfehlung abgibt, ist die fast schon aussagekräftiger als die Sterne. Auf der anderen Seite nützt mir "Das Buch ist schön" nicht besonders viel.
      Lieben Gruß
      loralee

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  5. Hallo Loralee,

    hm... das ist mal ne spannende Frage. Also ich bewerte schon immer mit Sternen, Herzen oder seit längerem jetzt mit Eulen *gg* Ist ja lles Hans wie Heiri. Darauf verzichten würde ich nicht, denn es ist einfach eine grobe darstelleung meiner Meinung. Vertiefen tu ich es ja nachher in meiner Rezension. Also was hat mir gefallen, was nicht, das alles zusammen gibt ein Durchschnitt von 1-5 Eulen. So ist es halt.

    Ob ich jetzt bei einer Rezi die Eulen oder eben auch Sterne weg lasse, ist ja eigentlich egal, denn sobald ich mich über das Buch äussere kritisiere ich es, bewerte ich es aus meiner Sicht.

    Für mich gehört es einfach zu meiner Rezension dazu. Aber wer es nicht mag, der soll es halt lassen, das bricht der Rezension dann wirklich kein Bein. Oder?

    Liebe Grüsse auch von mir hier an dich
    Alexandra

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    1. Hallo Alexandra,
      du sagst es, es bricht der Rezension kein Bein. (Ich stelle mir gerade Eine Rezension auch Beinen vor, lustige Vorstellung. ;-)

      Für den ersten Eindruck mögen Sterne vielleicht eine Orientierung sein, nur stellt sich mir die Frage, wofür wurden die Sterne prioritär vergeben? Stil? Rechtschreibung? Plot?... vielleicht ist mir die Rechtschreibung egal, solange der Plot gut ist (zB). Das steht diferenzierter in der Rezension. Dann brauche ich auch keine Sterne.
      Ich bin aber immer noch nicht entschieden, wie ich weiter vorgehen soll.
      Lieben Gruß
      loralee

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    2. Da kommt mir gleich die Truhe aus der Scheibenwelt in den Sinn, eine Rezi auf Beinen sieht genau so lustig aus, stell ich mir vor *gg*

      Bei mir ist es ein Durchschnitt des gesammten. Aber du hast recht, die Sterne aber auch die rezension ist natürlich immer subijektiev. Und das ist für mich auch klar. Ich muss aber auch gestehen, das ich nicht so die rezensionsleserin bin *gg* mag jetzt wirklich eigenartig klingen aber ist so. Denn, entweder das Buch interessiert mich nicht, dann brauch ich auch keine Infos darüber. Interessiert mich ein Buch und oder steht schon auf meinem SuB, lese ich auch keine, weil ich nicht willd as mich da was beeinflusst *lach* Ich lese eigentlich nur Rezis von Büchern die ich selbr schon gelese habe und ich neugierig bin ob andere sie auch gut fanden oder eben nicht und warum.

      Hm... Mach doch mal eine Pro und Kontra-Liste, vielleicht hilft dir das dabei dich zu entscheiden ;)

      Liebe GRüsse
      Alexandra

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    3. Hallo Alexandra,
      Pro und Contra-Liste ist eigentlich eine gute Idee. Nur kannst du mich mit solchen Listen jagen. :-)
      Ich glaube, man sollte einfach nicht aus den Augen verlieren, dass Rezi und Bewertung subjektiv sind. mir gefällt der letzte Satz im großen Absatz: "Ich lese nur Rezis von Büchern die ich selbst gelesen habe..." ich bin von genau derselben Neugierde getrieben wie du und erwische mich immer wieder dabei, Rezis von Büchern zu lesen, die ich auch gerade erst gelesen hatte, um zu vergleichen.
      Lieben Gruß
      loralee

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    4. Hallo Loralee

      Hm.... dann wird schierig *gg* Das auf jeden Fall, schliesslich gehts ja nur aus unserer Sicht. Oh, das freut mich das es dir ähnlich oder gleich geht. Ich find es einfach spannend zu vergleichen. Nicht mal so sehr weil ich wissen will ob jemand das Buch genau gleich gut oder schlecht gefunden hat, sondern mehr weil ich neugierig bin was dieser Person wichtig war im Buch und was sie vielleicht aus der Geschichte lernt und mit nimmt.

      Liebe Grüsse
      Alexandra

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    5. Genau das finde ich auch sehr spannend. :-) Manchmal denke ich, es geht um ein völlig anderes Buch. Es ist irre zu erfahren, wie unterschiedlich ein und dasselbe Buch auf die Leute wirkt.
      loralee

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    6. *gg* Ja genau, das frag ich mich manchmal auch. Dann lese ich und denk mir so..."Ähm... hat der jetzt wirdklich das gleiche Buch gelesen wie ich, oder überhaut reingeschnuppert??!" O_o

      Dann wünsch ich uns viele unterhaltsame Rezensionen *gg*

      Liebe Grüsse
      Alexandra

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