Donnerstag, 4. Juni 2015

Rezension: Planet Germania von Artur Rosenstern

eBook, Taschenbuch
127 Seiten 
Ab 20.11.15: Verlag M. Fuchs

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Artur Rosenstern 








 






 „Über die Chance, fremd zu sein“ So lautet der Untertitel dieser Erzählung und sagt damit alles über dieses phänomenale Buch aus. Mit seiner Geschichte beschreibt Artur Rosenstern die Irrungen und Wirrungen zweier junger Einwanderer aus Kasachstan, kurz nach dem Mauerfall.

Er tut dies mit einem humoristischen Blick auf die Erfahrungen, die diese Männer mit Missverständnissen, Sprachbarrieren und dem unterschwelligen Fremdenhass der westdeutschen Kultur machen. Und diese Erfahrungen machen sie vielfach, ohne sie als solche zu erkennen.

Anhand von Anekdoten aus dem ganz normalen Alltag der beiden Freunde Andrej und Murat, zeigt uns der Autor auf, mit welchen Hürden Einwanderer in unserer Kultur konfrontiert sind. Hier geht es nicht um die großen, offensichtlichen Hürden, sondern um die kleinen Barrieren des Alltags. Es sind Barrieren, die leicht übersehen werden, und dennoch in der Summe zu interessanten Situationen führen können. Bis man sich schließlich fragt, wie es denn dazu gekommen sein mag. Gleichzeitig wirft Artur Rosenstern ein kritisches Licht auf den Umgang der Westdeutschen mit Einwanderern, die nichts anderes wollen, als Fuß fassen, die Sprache lernen und ein erfülltes Leben führen. Die Protagonisten der Erzählung sind sehr plastisch gezeichnet. Die Hauptfiguren gehen durch ihr neues Leben mit einer erfrischenden und ungetrübten Neugier. Dennoch, oder gerade deswegen schliddern sie sehenden Auges in diverse Fettwannen und kommen jedes Mal mit einem blauen Auge davon.

Träger der Geschichte und mein konstanter Begleiter bis zum Schluss, ist der feine Humor des Autors. Er ist weder laut, noch wertend. Ich würde ihn als gerecht und fast Loriotesque bezeichnen. Ein Dauerschmunzeln begleitet mich durch die gesamte Lektüre.

Ich habe diese Erzählung sehr gerne gelesen. Für die Lesenacht, an der ich spontan teilgenommen habe, war sie nicht besonders gut geeignet. Da gehen die leisen Töne der Geschichte etwas verloren. Die Zeichnung der äußerst sympathischen Hauptfiguren und ihre Einbettung in die Kulisse des teilweise kalten, aber oft genug freundlichen Westdeutschland, ist dem Autor sehr gut gelungen. Wir haben hier eine interessante Geschichte für den gemütlichen Nachmittag bei Tee und Gebäck.


Danke an Artur Rosenstern für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Kommentare

  1. So, das Buch steht jetzt definitiv auf meiner WuLi! Ja, solche Bücher sind für Lesenächte oft nicht besonders gut geeignet. Ich hab auch mal ein eher politisches Buch zu einer Lesenacht gelesen, das ist wirklich etwas schwer, sich da dann richtig zu konzentrieren..
    Alles Liebe
    Henny

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    1. Das freut mich, Henny.Bei der nächsten Lesenacht werde ich auf jeden Fall etwas lauteres lesen!
      Lieben Gruß
      loralee

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Ich freue mich sehr über Kommentare von euch!

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