Sonntag, 28. Juni 2015

Rezension: Das Eulenrätsel von Ghila Pan


eBook

353 Seiten
Selbstverlag
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Ghila Pan entwickelt in „Das Eulenrätsel“ eine komplexe Welt aus Fantasy, Zeitreisen und ganz viel Liebe zum Schreiben. Dabei nutzt sie Sprache und die unterschiedlichsten Genres als Stilelement und spricht auch kritische Themen an, wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und unsere Konsumgesellschaft.

Die Hauptprotagonistin Lisa hat einen Roman geschrieben, der unveröffentlicht in der Schublade liegt. Eines Tages werden aber die Figuren, die in ihrem Buch vorkommen, lebendig und in einer Parallelwelt gefangen gehalten. Sie bitten Lisa um Hilfe, die zusammen mit ihrem Mann Alwin alles daran setzt, ihre Romanfiguren zu retten.

Der Einstieg in die Geschichte ist zunächst verwirrend, da ich die vielen Figuren und ihre fantasievollen Namen auseinanderhalten muss. Dazu kommen noch die Sprünge in die verschiedenen Handlungsstränge und meistens damit verbundene Genrewechsel. Das überfordert mich etwas, da diese Wechsel unvorbereitet kommen und ich mich immer wieder neu orientieren muss. Das Buch hat ein paar sehr interessante actionreiche und spannende Passagen, die mich packen. Ich fühle mich an James Bond erinnert. Die Geschichte wird durch die bildhafte Sprache und Humor getragen. Die Leidenschaft der Autorin für das Schreiben zeigt sich sehr deutlich und treibt mich durch die Geschichte. Leider schafft sie es nicht, die Spannung durchgehend zu halten und mir einen roten Faden an die Hand zu geben, der mich durch die Handlung leitet. Ich konnte mich leider nicht mit den Figuren anfreunden, die dem Manuskript von Lisa entstiegen sind. Dabei haben wir es hier mit einer sehr heterogenen Gruppe zu tun, bei der es sicherlich spannend wäre noch tiefergehender zu erleben, wie sie sich zusammenraufen: Jugendliche, Hexen, Vampire, sich ewig streitende Wissenschaftler, sprechende Tiere und Gestaltwandler. Vielleicht hätten sie mehr Raum gebraucht, um sich zu entwickeln.

Ghila Pan greift für diesen Roman ganz tief in die Trickkiste der Genres, die die Literatur zu bieten hat: Fantasy, Science Fiction, Krimi, Thriller, Romanze, Komödie und mehr, wobei die Genres in der Geschichte jeweils für sich stehen und nicht zu einem neuen Miteinander verwoben werden. Die Autorin schafft außerdem interessante Bezüge zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit und übt deutliche Kritik an unserer Konsumgesellschaft.

Wer Interesse an außergewöhnlichen Romanen abseits des Mainstream hat, ist bei diesem Experiment gut untergebracht.Meins war es leider nicht.


Danke an die Autorin für das Rezensionsexemplar.
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