Sonntag, 10. Mai 2015

Rezension: Herr Parkinson von Richard Wagner

Gebunden, eBook
144 Seiten
Albrecht Knaus Verla

Über den Autor: Richard Wagner













Es fällt mir schwer, eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben. Es hat mich so sehr beeindruckt, dass ich quasi sprachlos bin. Vielleicht liegt es daran, dass ich Menschen mit Parkinson im Umfeld habe. Auf jeden Fall trifft der Autor Richard Wagner sehr genau den Kern des Dilemmas, in dem ein Parkinson-Patient steckt. „Herr Parkinson verwirrt den Körper und lässt den Kopf zuschauen“, so steht es auf der Rückseite des Buches und trifft das Wesen der Erkrankung ziemlich genau.

Richard Wagner setzt sich ehrlich und ohne Groll mit seiner Erkrankung und ihren Folgen auseinander. Dabei steht Herr Parkinson als sein ungebetener Gast und ständiger Begleiter mal in höflicher Distanz und kaum wahrnehmbar, mal im direkten Dialog mit dem Autor, an seiner Seite. Wie im realen Leben, oder war das nur Einbildung? Der Autor vermag es, durch Aufbau und Stil dem Leser den diffusen Zustand zu vermitteln, in dem ein Mensch mit Parkinson sich mitunter befinden kann. Alles verlangsamt sich, die Bewegungen und auch das Denken, wobei der Geist immer klar bleibt. Der Autor wirft ebenfalls einen kritischen Blick auf die Gesellschaft und das Gesundheitssystem; wie sie mit dieser neurologischen Erkrankung umgehen, die zwar unheilbar, aber nicht tödlich ist.

 Das klingt jetzt alles ganz furchtbar schrecklich. Aber was mir an dieser Erzählung gefällt, ist die durchweg positive Grundstimmung, die den Inhalt trägt. Der Autor gibt nicht auf, er dramatisiert nicht, aber beschönigen tut er seine Situation erst recht nicht. Anders als bei anderen Berichten über schwere Krankheiten, vermag es der Schriftsteller Wagner seiner Geschichte eine literarische, eine philosophische Perspektive zu geben. Er nutzt die Reflexion auf seine Erkrankung, um Impulse auf allgemeine Fragestellungen zu geben, wie der gesellschaftliche Umgang mit Krankheit. Er wirft auch einen anderen, ganz eigenen, Blick auf das Leben, der zum Nachdenken anregt.

„Herr Parkinson“ hat mich sehr berührt und in tiefer Seele angesprochen. Das Buch ist schonungslos, offen, und wird von einem leisen Sprachwitz begleitet. Für Leute, die gerne Anspruchsvolles lesen, sehr zu empfehlen.

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Kommentare

  1. Hallöchen,
    ich bin vorhin durch deinen Kommentar auf meinem Blog zu deinem Blog gestolpert und muss sagen, dass ich es hier wirklich toll finde. :'D Dein Blog ist wunder wunderschön gemacht! Ich liebe dein Deisgn und muss dir wohl mal die eine oder andere Fragen stellen demnächst! :D Zum Beispiel wie du dieses zuckersüßse "Mag ich" Dings da unter dem Post eingebaut hast!! :O Sowas brauch ich auch. ganz dringen. Und ich gehe mal davon aus, dass das ganz unten deine Seitenaufrufzahlen sind? Um Gottes Willen wie schön schlicht das ist.. ich will es auch. Bitte!! D:
    Ich hoffe du schreibst mir eine Mail und verräst mir deine Tricks ;)!
    Ich wollte auch noch was zu der Rezension sagen.. xD Ich habe mir das Buch auf Skoobe ausgeliehen und wollte es auch schon gelesen haben, bin aber noch nicht dazu gekommen. Deine positive Meinung bestärkt mich darin, dass es dringend gelesen werden muss. :D Danke dafür.

    Liebst, Lotta

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  2. Meh. Meine Mailadresse vergessen mit hinzuschreiben. Verzeihs mir.
    lotta@lottasbuecher.de

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    1. Hey Lotta,
      Ich freue mich immer, wenn mein Blog gefällt. Vor allem, wenn es Leute sind, deren Blog ich auch ganz klasse finde, wie deinen. :-) Eine kleine Warnung zu dem Buch. Es ist echt harter Tobak und nicht jedermanns Sache, wie ich inzwischen mitbekommen habe. Deshalb bin ich gespannt auf deine Meinung dazu.
      Ich schick dir noch ne Mail.
      Grüßis :-)

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Ich freue mich sehr über Kommentare von euch!

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