Donnerstag, 14. Mai 2015

Rezension: The Girl on the Train von Paula Hawkins (engl.)

Taschenbuch
316 Seiten
Englisch
Transworld Publishers / Doubleday

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Alle gut anschnallen! Und ab geht die rasante Fahrt durch die Abgründe der menschlichen Seele. Dieses Buch konnte ich einfach nicht aus der Hand legen, bis die Geschichte ihr spannendes Ende fand.

Rachel fährt täglich mit dem gleichen Vorortzug in die Stadt und macht eine erschütternde Entdeckung, als sie, wie jeden Tag, die heile Welt einer Vorstadtfamilie aus dem Fenster beobachtet. Diese Beobachtung hängt mit dem Verschwinden einer Frau aus derselben Siedlung zusammen. Dummerweise glaubt die Polizei Rachels Aussage nicht, da sie alkoholkrank und arbeitslos ist. Also beschließt sie, auf eigene Faust der Sache nachzugehen.

Paula Hawkins untersucht in ihrem Krimi komplexe Themen wie Alkoholismus bei Frauen, Stalking und übermäßigen Protektionismus bei Männern. Und bleibt dabei nicht an der Oberfläche. Eigentlich dürfte man das Buch gar nicht als Krimi bezeichnen, jedenfalls nicht im klassischen Sinne. Die ermittelnden Beamten spielen darin so gut wie keine Rolle und die Hauptprotagonisten kämpfen mit ihren persönlichen Problemen, so dass der eigentliche Kriminalfall in der ersten Hälfte des Romans scheinbar zur Nebensache wird.

Die Figuren sind außergewöhnlich fassettenreich dargestellt. Man erhält einen guten Blick hinter die Kulissen eines typischen Londoner Vororts. Der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen. Kurze Sätze, klare Aussagen. Aber nur das allernötigste, um die Handlung voran zu bringen. So entstanden viele Aha-Effekte, insbesondere wenn es um die Verhaltensweisen der einzelnen Figuren ging. Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht der drei handelnden Frauen erzählt sowie in wechselnden Zeitebenen, die eine Spannung in der Geschichte entstehen lassen, die sich bis zur Auflösung des Falls in Unermessliche steigert.

Dieses Buch ist sehr zu empfehlen. Ein ungewöhnlicher Krimi, der tiefe Einblicke in die menschliche Seele gewährt. Ein Roman, der lange in mir nachklingen wird.

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Kommentare

  1. Hallo :)
    Eine sehr schöne Rezension ;)
    Ich bin zwar nicht so der Krimi-Fan, aber das Buch hört sich wirklich interessant an. Ich freue mich, dass es dir so gefallen hat.
    Grüße
    Sara von Sara`s etwas andere Bücherwelt

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  2. Hallo Sara,
    danke schön. Vielleicht hast du doch Lust es mal zu lesen. Es ist inzwischen auch auf Deutsch erschienen.
    LG

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  3. Huhu! :)

    Ich werde demnächst mit dem Buch beginnen und habe mich jetzt deshalb sehr gefreut dass du so überrascht von diesem Buch bist ^.^ Jetzt bin ich schon viel neugieriger und freue mich noch mehr aufs Lesen! Danke (:

    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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    1. Hallo Jasi,
      dann wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen. Hoffentlich kommt das Buch bei dir genau so stark an wie bei mir. :-)
      Lieben Gruß
      loralee

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  4. Grandiose Rezi - die macht Lust auf mehr *lach*
    Und meinen Respekt fürs auf englisch lesen!
    Ich bin zwar so auch recht sattelfest in der Sprache, habe aber festgestellt, dass es mich irre nervt, doch so viel länger zu brauchen für ein Buch - wobei auch da natürlich alles eine Übungssache ist ;-)

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    1. Danke schön! :-)
      Ich bin zweisprachig aufgewachsen. Das finde ich jetzt gerade super praktisch, weil die englischsprachigen Bücher oft wesentlich billiger sind. Und es geht nichts durch die Übersetzung verloren. ;-) Aber wie gesagt, dieses Buch gibt es jetzt auch auf Deutsch.

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  5. Ich fand das Englisch jetzt eigentlich nicht mal so schwer ... Da hab ich mich schon wesentlich mehr gequält - und ich hab nur 8 Jahre Schulenglisch hinter mir :). Aber zweisprachig aufgewachsen, das ist natürlich schon ziemlich cool. Ich hatte mal ne Arbeitskollegin, eigentlich geborene Bosnierin, aber bei uns aufgewachsen, die konnte fast mitten im Satz die Sprache wechseln ...

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hut ab, dass du es dann auf Englisch gelesen hast. Das ist schon was anderes, als wenn einem die Sprache quasi zugeflogen ist. Das ist dann ja nichts besonderes. Aber die Sprache ist bei diesem Buch tatsächlich relativ einfach gehalten.
      Lieben Gruß

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    2. Ich finde es unheimlich praktisch, wenn ich schon bei uns kaum Englisch spreche, kann ich wenigstens mein Verständnis für die Sprache damit aufrecht erhalten :). Ab und zu schaue ich auch Serien auf Englisch, aber lesen ist mir fast lieber, da kann ich die Geschichte in meinem Tempo verfolgen und auch mal ein Wort nachschauen, wenn es mich wirklich interessiert :).

      Liebe Grüße
      Ascari

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    3. Ich lese auch lieber, als Filme gucken. Vor allem in amerikanischen Filmen wird eher geflüstert, als gesprochen. Dann ist es auch schwer zu verstehen. Wenn ich auf dem Reader lese, finde ich die Wörterbuchfunktion ganz praktisch. Dann überlese ich nicht die Wörter, die ich nicht kenne, sondern lerne neue dazu.
      LG

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