Sonntag, 26. April 2015

Rezension: MAY BEE: Der Honig-Trip von Tomas Maidan


eBook
264 Seiten
neobooks Self-Publishing

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Schnodderige Dialoge, schrille Welten, sympatische Hauptfiguren: Dieses Buch ist perfekt für Liebhaber psychedelisch humoristischer Romane.

Die angehende Polizeikommissarin May lebt in der Fantasiestadt Kujai City. Sie hat sehr zu kämpfen: mit dem Verschwinden ihres Katers Lou, mit ihren arbeitsfaulen und korrupten Kollegen, und mit ihrem ganz persönlichen Chaos - und dass, wo sie doch eine ausgesprochene Perfektionistin ist. Dies mag auch der Grund sein, warum sie völlig unbedacht und spontan einen Fall übernimmt, der sie garantiert in Schwieigkeiten bringen wird.

Der Autor entführt uns in seine wundersam bunte und skurrile Welt voller mannshoher halluzinogener Pilze, Schlössern aus Honig und Killerbienen. Seine Welt ist so fantasievoll beschrieben, dass ich mich immer wieder gerne überraschen lasse, welches Wunderwesen mir als nächstes begegnet. Es handelt sich hier aber bei weitem nicht um ein weichgezeichnetes Märchen! Diese Welt ist spitz und kantig - eine Mischung aus harter Realität und Fantasie. Tomas Maidan bewegt sich mit seinem Buch eher auf der hässlichen Seite des urbanen Lebens, die bar jeder Ethik und Moral ist. Dennoch sind die meisten Menschen, die in ihr leben absolut liebenswert, allen voran Kommissarin May.

Neben May, lernen wir ihre Freundin Tuh kennen. Eine sehr schräge Frau, die in ihrer eigenen schrägen Welt lebt und eigentlich keinen sinnvollen - nein - nachvollziehbaren Satz zustande bekommt. Dennoch lernen wir sie als verlässliche Freundin kennen, die mit May durch Dick und Dünn geht wenn andere ihr schon längst den Rücken zugekehrt haben. Dann gibt es noch Jo, einen geheimnisvollen Mann, der wie aus dem Nichts in Mays Leben tritt und ihr in den ungewöhnlichsten Situationen über den Weg läuft. Diese Figur ist leider nicht ausreichend ausgearbeitet, um gegen die beiden schillernden und starken Persönlichkeiten May und Tuh zu bestehen. Da es sich hier um den dritten Teil eine Reihe handelt, mag es sein, dass Jo in den vorherigen Bänden mehr Raum bekommen hat. (Band eins und zwei habe ich nicht gelesen).

Die Stärken des Romans sind eindeutig seine ausgeprägten Wortspiele und die bildhafte Beschreibungen des Honigschlosses und der allgemein düsteren Stimmung. Leider störten mich die Wortfehler und Brüche in der Chronologie der Geschichte.

Dieses Buch ist ein Rohling. Einerseits ist es ungewöhlich und bewegt sich eindeutig abseits des Mainstream, was ich äußerst positiv finde. Auf der anderen Seite ist es stilistisch noch ausbaufähig. Ich ziehe an dieser Stelle den Hut vor Indipendent Schriftsteller*innen, die so etwas fantastisches zuwege bringen.
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Kommentare

  1. .. wow, die erste, richtige KRITIK über MAY BEE, meiner Meinugng nach. Hebt sich deutlich ab von anderen Bloggern, die sich schwertun, über das Niveau von "find ich gut" hinauszukommen. Daumen hoch!

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  2. Ui, danke schön!!
    Es ist ja auch nicht leicht kritisch zu sein, wenn man nicht weiß wie die Autoren reagieren. Ihr müsst ja wahrscheinlich einiges aushalten können. Ich glaube allerdings, dass konstruktive Kritik durchaus legitim ist.

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Ich freue mich sehr über Kommentare von euch!

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