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Sonntag, 7. Oktober 2018

Mercenary ( Die Carter Akten 1) von Felix A. Münter


Mercenary, Felix A. Münter 
(Coverbild: Papierverzierer Verlag)

Wow, was für ein Thriller! Er hat alles, was man von einem spannungsgeladenen Roman erwarten kann und noch einen Tick mehr. Plot, Stil und Duktus beeindruckten mich. Dieses Buch konnte ich nicht so leicht aus den Händen legen.

Carter hat einen gefährlichen Beruf. Er erledigt verlässlich und verdeckt unangenehme Jobs und stellt keine Fragen - für einen guten Preis. Er arbeitet am liebsten allein und nicht, wie üblich in einem Team. Wir Leser*innen dürfen ihn bei einem Auftrag in New York begleiten. Er lässt uns quasi bei seinem Job über die Schulter schauen und wir bekommen alles hautnah mit. Wir sind so dicht an ihm dran, dass wir schon fast seinen rasenden Puls spüren können, wenn er in eine Stresssituation gerät. Wir lernen seinen Berufsstand kennen, angefangen bei seiner Lebenseinstellung, seiner Rechtfertigung, warum er diesen Beruf ergriffen hat. Wir erfahren was genau mit ihm passiert, wenn er angeschossen wird. Was er durchmacht, wenn er sich von einer schweren Verletzung erholt. Seine Strategie für die Lösung brenzliger Situationen, aber auch für den Umgang mit seinem Auftraggeber. Die Action, Spannung und Entwicklung des eigentlichen Auftrags, kommt dabei nicht zu kurz.

Der Schreibstil ist wie der Protagonist selbst: Gerade heraus, pragmatisch, ohne Umschweife oder Gefühlsduselei. Das Zusammenspiel des Charakters der Hauptfigur mit Schreibstil und Plot ist stimmig und wirkt keinesfalls konstruiert oder an den Haaren herbeigezogen. Eine sehr interessante Herangehensweise an einen Thriller.

Wie ich schon eingangs schrieb: Das Buch ist ein page-turner, kein 0-8-15 Thriller und sehr zu empfehlen. Wenn sich die Serie in dem Stil fortsetzt, bleibt es spannend!



Das Buch erschien in dem kleinen Essener Verlag Papierverzierer und wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Eckdaten: Band 1 der Serie Die Carter Akten, 164 Seiten

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Donnerstag, 13. September 2018

Gespräche auf einem absurden Planeten von Emil Horowitz



Gespräche auf einem absurden Planeten. Darauf muss man sich einlassen können. Mir fiel es nicht leicht und ich legte das Buch beiseite, um ihm eventuell später noch eine Chance zu geben. Ein kurzer Austausch mit dem Autor motivierte mich jedoch, es gleich nochmal zu versuchen.

Eigentlich müsste das Buch der Vollständigkeit halber „Absurde Gespräche auf einem absurden Planeten“ heißen. Denn dieses Sammelsurium an kurzen Dialogen, ist wie aus dem realen Leben gegriffen. Als hätte der Autor in der Kneipe, in der Bahn, im Park diese Gespräche aufgeschnappt und festgehalten. Sie sind so absurd, dass ich, wäre ich ein Alien, schreiend ans Ende der Galaxie rennen würde. Was sind das nur für seltsame Wesen, die auf dem Planeten Erde ihr Unwesen treiben. Sind wir denn wirklich so? Hohl? Diese Frage begleitet mich beim durchblättern des Buches

Der Prolog sagt eigentlich alles aus: Es wird pausenlos geredet, ohne etwas zu sagen. Da haben wir zum Beispiel die Handwerker, die beim zünftigen Bier den neuesten Actionstreifen aus Hollywood analysieren. Oder die beiden Autoren aus der Filmindustrie, die den ganzen Abend aneinander vorbeireden, ohne sich daran zu stören. Smalltalk, eben. Netzwerken und gesehen werden, egal was der Inhalt des Gesprächs ist. Wir haben auch die Götter des Olymp mit im Boot: Aphrodite und Eros, die ihr Spiel mit einem menschlichen Paar spielen. Hänsel und Gretel im Filmstudio. Mehr als „O mein Gott“ muss ich nicht dazu sagen.

Jeder Dialog wird vom Autor kurz eingeleitet. Sprachlich sind sie an die Personen, ihrem sozialen oder himmlischen Stand angepasst, manchmal sehr simpel und umgangssprachlich, manchmal eloquent und hyperintellektuell oder altertümlich, die Sprache der Götter. Die Geschichten könnten ohne Anpassungen als Kammertheaterstück aufgeführt werden. Eine Retrospektive der menschlichen Seele.

Das Büchlein hat was. Es ist auf jeden Fall interessant für Leute, die Sinn für kleine skurrile Geschichten haben und Dialoge lesen mögen.

Eckdaten: eBook, 175 Seiten, Verlag Neobooks
Emil Horowitz

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Sonntag, 5. August 2018

Flucht (Blake McLain 1) von Jaden Quinn

Flucht von Jaden Quinn
(Cover: Papierverzierer Verlag)

Wenn zwei Geschwister als Kinder gemeinsam durch die Hölle gehen. Wenn sie nur einander haben und sonst niemandem vertrauen können. Dann kann man davon ausgehen, dass sie auch später gemeinsam durch Dick und Dünn gehen werden. Aber ist das wirklich so? Bei Blake und Sam nicht. Warum das so ist, erfährt man im Auftakt der Thriller-Reihe um die Gebrüder McLain.

Der Thriller an sich ist irre spannend geschrieben. Er ist brutal und zeitweise sehr blutdrünstig. Schon allein deswegen lohnt es sich für eingefleischte Thriller-Fans dieses Buch in die Hand zu nehmen. Es ist wie in einem Roadmovie: Die beiden Geschwister sind bis ins Erwachsenenleben ständig auf der Flucht und müssen oft genug miterleben, wie Menschen, die ihnen nahe stehen und sie trotz aller Widrigkeiten unterstützt haben, dem grausamen Dr. Martin und seinem noch grausameren Sohn Jack zum Opfer fallen.

Ich möchte an dieser Stelle auf die leisen Zwischentöne aufmerksam machen, die es durchaus gibt und die dieses Buch anders machen, als die üblichen Thriller. Trotzdem man meinen sollte, dass eine solche Handlung sich actionreich durch die Geschichte hetzt, bleibt dennoch genug Zeit, die beiden Brüder Blake und Sam und ihr Verhältnis zueinander, näher kennenzulernen.

Das Autorinnenduo, das unter dem Psydonym Jaden Quinn schreibt, lässt sich viel Zeit mit der Entwicklung der Charaktere und nutzt dafür ausführliche Dialoge. Sie sind altersgerecht (schließlich begleiten wir die beine Jungs durch 13 Jahre ihres Lebens) und sehr realistisch für das Verhalten von Kindern in den beschriebenen Altersstufen. Sie sind auf keinen Fall pädagogisch oder belehrend und erst recht nicht langweilig. Sie sind das stärkste, wenn nicht sogar DAS tragende Element in diesem Roman. Sie transportieren die Emotionen der Protagonisten aus den Buchseiten heraus und direkt in mein Herz. Toll! Da haben sich zwei Autorinnen gefunden, die sich offensichtlich gegenseitig großartig inspirieren.

Es bleibt mir jetzt nur noch eins zu sagen: Lest das Buch, es lohnt sich! Ich werde in der Zwischenzeit
der Fortsetzung dieser Reihe entgegenfiebern.

Eckdaten: EBook, 419 Seiten, Papierverzierer Verlag
Besucht doch mal die Autorinnen: Jaden Quinn


Ich bedanke mich bei dem Papierverzierer Verlag für das Rezensionsexemplar.



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Dienstag, 3. Juli 2018

Die Macht der Clans 3 von Gabi Büttner



Wie geht es weiter mit Larissa, Chris und der Rebellion auf Terra 2? Welche Rolle spielt Zerro und wer zum Teufels ist Joshua wirklich? Antworten auf diese Fragen und einige mehr bekommst du garantiert im letzten Band der Trilogie Die Macht der Clans.

Zunächst ein Blick auf den Plot: Der ist nämlich verdammt spannend, denn Intrigen ziehen sich durch die ganze Handlung, eine perfider als die andere. Mir wird von den ganzen Verstrickungen fast schwindelig und dennoch geht alles am Ende auf wundersame Weise auf. Batisté rückt als Protagonist in den Hintergrund und lässt wieder Raum für Chris, Larissa und Dave. Ich fieberte mit ihnen auf Schritt und Tritt mit, gerade weil es den Anschein hatte, dass sie sich immer weiter auseinander bewegten, anstatt zusammen zu finden. Wird ihr Plan klappen? Diese Frage verfolgte mich bis zum Schluss des Buches.

Das Ende bringt manche Überraschung mit sich und mutet im Rückblick auf die gesamte Geschichte über die rauen Sitten eines unwirtlichen Planeten für meinen Geschmack etwas zu sehr nach heile Welt an.

Das Leben auf dem zweiten Mond von Terra 2 steht im Zentrum des dritten Bandes. Hier leben die Senatoren und die Reichsten der Reichen weit ab von der Realität und den Problemen der Clans. Seit 500 Jahren rücken sie nicht von ihren politischen Vorstellungen ab, die sie von der Erde mitgebracht haben. Ich hätte an dieser Stelle gerne mehr über die Lebensart auf Atlantis, so heißt der zweite Mond, erfahren. Gerade weil sie sich wesentlich von dem Leben Clans auf Terra unterscheidet. Auch das Schicksal der leisen Annäherung zwischen Dave und einer Bekanntschaft mitten in den Wirren eines Gefängnisausbruchs, läuft ins Leere und hinterlässt bei mir ein paar Fragezeichen.
Der Schreibstil von Gabi Büttner gefällt mir nach wie vor sehr gut. Er ist klar und fließend, wie bei den ersten beiden Bänden. Die Trilogie schließt mit einem fiktiven Interview mit Chris ab. Ein würdiges Ende für die Geschichte um die Suche nach Balance auf der neuen Heimat der Menschheit --- der es offensichtlich nicht gelang, die Untiefen der irdischen gesellschaftlichen Normen und Strukturen abzulegen.

Der abschließende Band der Trilogie Die Macht der Clans liefert somit einen soliden und sympathischen Abschluss der Reihe. Auch wenn einige kleine Fäden ins Leere führen, hat mich die Geschichte um den Widerstand von Larissa, Chris und ihren Freunden bis zum Schluss gefesselt.  

Eckdaten:
Band 3 von 3, eBook, Kindle Edition



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Montag, 11. Juni 2018

Die Macht der Clans 2 von Gabi Büttner


Gabi Büttner: Die Macht der Clans (Cover: Amazon)


Der zweite Band der Science Fiction Fantasy Trilogie setzt seine Figuren viel Action und einer ordentlichen Prise Grausamkeit aus. Von der ersten bis zur letzten Seite. Für mich ist das Spannung pur! Zarte Gemüter sollten aber Abstand halten.

Es ist eine ganze Weile her, dass ich den ersten Teil der Trilogie Die Macht der Clans gelesen habe. Dank der hervorragenden Zusammenfassung zu Beginn des zweiten Teils fand ich aber sehr schnell in die Handlung hinein. Der Plot hat es in sich: Jede Menge Action und eine pikante Portion Grausamkeit gehen Hand in Hand. Larissa muss sich entscheiden  - soll sie sich selbst in Sicherheit bringen oder ihre Freiheit für lieb gewonnene Freunde aufs Spiel setzen? Sie folgt ihrem Herzen und gerät dadurch in die Fänge des grausamen Clanführers Batisté, der auf dem besten Wege ist, mit mittelalterlichen Methoden und modernen Foltertechniken die Macht über den gesamten Planeten an sich zu reißen.

Die Spannung hält sich, dem Zerreißen nahe, bis zur letzten Seite des Buches. Viel Handlung gibt es nicht, was auch nicht störend ist. Die Autorin konzentriert sich darauf, die Brutalität Batistés in all seinen Facetten darzustellen und im Gegenzug die reine Kraft der Freundschaft, die sich dagegenstemmt. Die Grausamkeit grenzt schon fast an Horror. Diese Reihe ist also nichts für schwache Nerven. Wer damit keine Probleme hat, kommt aber auf seine Kosten. Ich habe dieses Buch verschlungen und kann es kaum erwarten, den dritten Band in die Finger zu bekommen.

Spannung pur, actionreiche Story: Der Widerstand auf dem Planeten Terra wird auf die Probe und die Liebe zwischen Larissa und Chris vor große Herausforderungen gestellt. Eine sehr gelungene Fortsetzung der Reihe.

Eckdaten: eBook, 340 Seiten, Verlag BOD
Besuch doch mal die Autorin Gabi Büttner (Facebook)
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