Gern gelesen

Dienstag, 23. Mai 2017

Ich war jung und hatte das Geld von Sebastian Lehmann

Sebastian Lehmann: Ich war jung und hatte das Geld
Wer Sebastian Lehmann live erleben möchte, er macht gerade eine Lesetour durch Deutschlands Großstädte und ist zB am 24.5.17 in Hamburg. Hier gibt's Karten..

"Zum piepen!" würde meine Mutter sagen. Meine Mutter ist Generation Hippie. Ho Chi Minh, Che Guevarra, Woodstock und all das - eine waschechte Alt-68erin und quasi Jugendkultur Teilnehmerin  der ersten Stunde.

Sebastian Lehman ist Generation 90, wo die Jugendkulturen weniger politisch motiviert waren wie damals. Es wurden auch keine Generationenkonflikte in der Intensität ausgetragen wie in den 60ern. Es wurden einem stattdesen unendlich viele verschiedene Identitäten angeboten, in die man als Jugendliche schlüpfen und sich ausprobieren konnte. Jede Jugendkultur kam mit einem Gesamtpaket aus vorgegebener Kleidungsweise, Verhaltenskodex, Musik und Assecoires daher. Man musste nur zugreifen, sie sich überstreifen und schauen, ob man sich darin wohlfühlte.

 In kurzen anekdotischen Kapiteln beschreibt Sebastian Lehmann, wie er zusammen mit seinen Freunden Dirk, Flo und Tina die Jugendkulturen wechselt, wie die frischgewaschenen T-Shirts. Und es ist zum wegschmeißen! Skater, Existenzialist, Hippie, Punk, BWLer, Ballermann-Mann - er ist sich für nichts zu schade und macht vor nichts halt. Dabei beschreibt er in frischer Sprache die Hürden, die er und seine Kumpels als mittellose Jugendliche überwinden müssen, um sich einer Jugendkultur zugehörig fühlen zu können. Und sie sind extrem erfinderisch und kreativ,  nehmen tapfer viele Unannehmlichkeiten auf sich, um einfach dazugehören zu können, wie den fair gehandelten Karottensaft aus der Uckermark oder das Missverständniss im Biene Maja Kostüm bei einer Cosplay Con aufzutauchen. Immer geht irgendetwas schief und sie beschließen weiterzuziehen, etwas neues auszuprobieren um sich dann Kopfüber in das nächste Jugend-Abenteuer zu stürzen. Fats jedes Kurzkapitel st begleitet von der Illustration einer Papier-Anziehpuppe und den zu dieser Kultur gehörigen Kleidung.

Als Leserin, die diese Generation miterlebt hat, den Höhepunkt der Jugendkulturen, erkenne ich sehr vieles wieder und kriege vor Lachen kaum noch Luft.
 Das Gefährliche an diesem Buch ist, dass ich mich in vielen dieser Beschreibungen wiederfinde bzw. vieles nachvollziehen kann. Die sympathischen Figuren, die in ihrem jugendlichen Leichtsinn fast jedes Fettnäpfchen mitnehmen sind dieperfekten Antihelden dieser Beschreibung dieser unbeschwerten Generation. Ich kann nicht anders und kullere mich wieder vor Lachen. Köstlich!

Dieses Buch ist kurzweilig, humorvoll, aber auch liebevoll. Für alle, die wissen wollen, wie es um die Jugendlichen in den 90ern stand, bzw. ihre Erinnerungen an dieser Zeit wieder auffrischen möchten, ein Muss!

Lieben Dank für das Leseexemplar an Literaturtest!

Eckdaten: Taschenbuch, eBook, 192 Seiten, Goldmann Verlag
Besuch doch mal den Autor: Sebastian Lehmann


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Montag, 22. Mai 2017

Vor dem Glück von Maxi Hill

Maxi Hill: Vor dem Glück
  

Vier Personen, die jede für sich ein schweres Päckchen zu tragen hat. Vier Schicksale, die eng miteinander verwoben sind. Vier Menschen, die nur das Eine wollen und glauben es nicht erreichen zu können. Was macht es eigentlich so schwer, glücklich zu sein?

Da ist Nelli, eine junge Frau, deren Verhältnis zu Männern stark geschädigt ist durch ihr geschwächtes Selbstbewusstsein und einem gewalttätigen Ehemann. Ihre Freundin Mia versucht ihr zu helfen, aber aus welcher Motivation heraus? Ninja ist Tochter von Nelli und ihr Augenstern. Sie wünscht sich um jeden Preis einen Vater. Und schließlich treffen wir Tom, einen ehemaligen Soldaten, der nach einem Einsatz in Afghanistan unter postraumatischen Störungen leidet.
 
In ihrem Roman "Vor dem Glück" untersucht Maxi Hill den Umgang der sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten mit den großen Eigenschaften im Leben: Schicksal, Unglück und Glück. All diese Personen haben ein mehr oder weniger stark ausgeprägte soziale Störung. Maxi Hill dringt Schicht für Schicht tief in die menschliche Psyche ein und läßt dabei keine Zwischentöne aus. Nacheinander stellt sie die vier Hauptfiguren ihres Romans in den Fokus, um sie am Ende von ihrer schweren Last  zu erlösen.

Das hört sich alles nach ganz schön hartem Tobak an, aber Maxi Hill schafft es, diese Problematik locker und leicht zu halten. Sie behandelt ihre Figuren mit Respekt und spielt mit der Vorstellungskraft der Leser*innen, indem sie vieles nur andeutet und den Rest der Fantasie der Leser*innen überlässt. Die Handlung ist interessant und spannend zugleich und man fragt sich als Leser*in, wohin mag das Schicksal diese unglücklichen Menschen führen? Man ahnt auch schon, dass sie am Ende das Glück finden werden, was der Titel des Romans schon verrät: Vor dem Glück - Die wundervollste Geschichte von einem total verrückten Weg zum Glück . Das ist nicht nur ein sehr schöner Titel, das ist auch ganz schön beruhigend - und total verrückt zugleich.

Maxi Hill hat hier einen Roman für ein breites Publikum vorgelegt, der interessant und spannend ist aber auch nachdenklich stimmt. Sie verwebt die Schicksale dieser vier Menschen so geschickt miteinander, dass ich manchmal über ihre Genialität schmunzeln muss. Die Geschichte liest sich wie mitten aus dem Leben gegriffen und lässt auch sozialkritische Töne nicht aus. Ein sehr empfehlenswerter Roman.


Lieben Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.


Eckdaten: eBook, Taschenbuch, 212 Seiten, Eigenverlag: epubli
Kaufen: Amazon

Besuch doch mal die Autorin: Maxi Hill



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Sonntag, 14. Mai 2017

Sunday Stories # 4


Mann, mann, mann, wie die Zeit fliegt! Heute sind wieder die Sunday Stories angesagt. Eine Aktion die sich Sas von Sas.Verse und ich uns gemeinsam ausgedacht haben. Geschichten schreiben in nur sechs Worten. Ist das Möglich? Ich denke schon. Was Hemmingway geschafft hat, kiregen wir doch auch hin! Ihr seid jedenfalls alle herzlich eingeladen mit zu machen. Einfach den schicken Banner mitnehmen und bis Sonntag in zwei Wochen eine Geschichte ausdenken und hier teilen. Als Inspiration könnt ihr das Buch nehmen, das ihr gerade lest, einen schönen Film oder eine Begebenheit, die euch beschäftigt hat. Wie die Aktion genau funktioniert und was Hemingway damit zu tun hat, findet ihr im Menü unter Challenges und Aktionen.

Und hier kommt meine Geschichte für heute. Es ist diesesmal kein Krimi, kein Thriller und vielleicht auch gar nicht dramatisch. Aber sie ist auch nicht ganz ernst gemeint:

Der Elf spitzte die Ohren: "Spock?"

Ich habe damit bestimmt alle Regeln der schreibenden Zunft gebrochen, die es gibt. Aber lasst mich erstmal erzählen, wie diese Geschichte entstanden ist: Ich wollte mich vom Krimi lösen und habe meinen Sohn um Hilfe gebeten. Er liest sehr gerne Fantasy Romane undich dachte, vielleicht hat er eine zündende Idee. Aber eine Geschichte die wir uns ausdachten war abstruser als die nächste. Wir hatten einen sehr lustigen Abend. Tja, und die heutige Geschichte war die absurdeste aus der Serie, die an dem Abend entstand. Ein Cross-over zwischen Fantasy und Science Fiction mit einem verbindenden Element.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!
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Dienstag, 9. Mai 2017

[TAG]: 8 x 4



Die liebe Aleshanee von Weltenwanderer hat mich für einen TAG von Sheena's Creativworld nominiert. Natürlich habe ich die Einladung angenommen, denn die Fragen sind sehr interessant. Ich möchte sie auch gerne an andere Blogger*innen weitergeben.




4 Jobs, die du in deinem Leben hattest
Dateneintackerer
Übersetzerin
Artikelschreiberin
Projektmanagerin

4 Filme, die du dir immer wieder anschauen kannst
Mamamia
Herr der Ringe
Traumschiff Surprize
Avatar

4 Orte, an denen du gewohnt hast
Hamburg
Managua
Bielefeld (zählt das auch, obwohl es diese Stadt nicht gibt?)
London

4 Serien, die du gerne siehst
The Crown
Game of Thrones
The Walking Dead
Mord mit Aussicht

4 Plätze, an denen du im Urlaub warst
Mallorca
Ostseestrand
Jakobsweg
England
 
4 Webseiten, die du täglich besuchst
Facebook
Lovelybooks
Netflix
Ravelry

4 deiner Lieblingsessen
Curry
Lasagne
Sushi
Bismarck-Hering

4 Plätze, wo du im Augenblick gerne sein möchtest
Stadtpark
Ostsee
Planetarium
Lieblingsrestaurant

Und taggen möchte ich:
A Winterstory
Lesepanda

Und alle, die sich von diesem TAG angesprochen fühlen. 
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Freitag, 5. Mai 2017

[Rezension] Henriette und der Traumdieb von Akram El-Bahay



Schön, dass ihr heute bei mir reinschaut. Ihr hab sicherlich schon die anderen Beiträge zur Blogtour gelesen, zum Beispiel den von Gestern bei Gisela von Giselas Lesehimmel. Hier kommt meine Rezension zu dem fantastischen Buch Henriette und der Traumdieb. Am Ende des Beitrags findet ihr auch meinen Part des Interviews mit Autor Akram El-Bahay sowie weiterführende Links. Morgen könnt ihr den letzten Teil der Tour bei Lilly von Erdbeertörtchen erleben. Genießt jetzt aber die Traumwelt von Henriette!

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Es ist ein Kinderbuch für junge Menschen ab elf. Dennoch möchte ich dieses Buch auch den Erwachsenen ans Herz legen. Denen, die gerne Fantastisches und Märchen lesen und die sich in die Tiefen der Traumwelt entführen lassen möchten.

Hat sich nicht jeder Mensch im Laufe seines Lebens mindestens einmal gefragt woher die Träume kommen und wohin sie gehen? Warum manche Träume voller Leben in 3D und extrem realistisch sind und andere durchsichtig, ausgefranst und kaum zu greifen? Wie kommt es, dass wir in der einen Nacht einen wunderschönen Traum haben und in der darauffolgenden den allerschlimmsten Albtraum aller Zeiten? Und warum bloß erinnern wir uns morgens an jedes einzelne Detail eines Traumes und das nächste Mal ist alles weg, wie ausradiert, als hätten wir nie geträumt?

Auf all diese Fragen hat Akram El-Bahay eine Antwort. Eine ungemein faszinierende und sympathische obendrein: Henriette. Die ihre Träume über alles liebt und übrigens in dem Alter ist, in dem Mädchen ihre Brüder und alle anderen Jungen einfach doof finden. Meistens.

Henriette träumt jede Nacht die allerschönsten Bilder herbei, nur eines Tages sind sie auf einmal fort und lassen sich auch nicht wieder heraufbeschwören. Mit Hilfe ihres Bruders Nick, der doch ganz in Ordnung ist, und dem Besitzer des benachbarten kleinen Buchgeschäfts, macht sie sich auf die Suche nach dem Verbleib ihrer Träume. Henriette muss all ihren Mut zusammennehmen, denn der Weg führt sie bis in das finstere Herz ihrer eigenen Albtraumwelt.

Die Handlung des Romans wird von einer ausgesprochen bildhaften und lebendigen Sprache getragen. Märchenhaft! Ich rieche förmlich den Staub auf den alten Büchern im kleinen Buchgeschäft und spüre die Bedrohlichkeit des finsteren Nachtschattenwaldes fast schon körperlich. Ein Hauch von 1001 Nacht weht durch die Geschichte, gepaart mit einer dünnen Schicht Feenstaub. Ja, so würde ich den Schreibstil von Akram El-Bahay beschreiben. Und er ist keineswegs kitschig! Vielmehr erzeugt er damit eine gewisse Vertrauensbasis für die Leser*innen, um sich vollends in die Geschichte hineinziehen zu lassen. Nüchtern betrachtet halten wir uns ja die meiste Zeit im Kopf von Henriette auf. Das ist doch skurril, oder?  Dennoch spielt das beim lesen der Geschichte gar keine Rolle. Denn bei Märchen und fantastischen Geschichten ist alles erlaubt.

Der Autor spricht mit dem Thema der Geschichte und seinem angenehm märchenhaften Erzählstil junge Leute wie Erwachsene zugleich an. Ein empfehlenswertes Buch! Habt Vertrauen und lasst euch Schicht für Schicht in das Zentrum der fantastischen Traumwelt der tapferen und sympathischen Henriette entführen.

Freud und Jung waren gestern - wir haben jetzt Henriette und Nick! 

Interview mit Akram El - Bahay

Als du noch ein Kind warst, haben dir deine Eltern oder Geschwister zum Einschlafen Märchen erzählt oder aus Büchern vorgelesen? 


Ich habe Märchen vorgelesen bekommen und sie auch auf Europa-Schallplatten gehört (inklusive Kratzern, hakenden Stellen und Knistern). Die Erzählungen aus 1001 Nacht haben genauso zu mir gehört wie Grimms Märchen. Selbst gelesen habe ich erst relativ spät. In der dritten Klasse habe ich mit „Der kleine Vampir“ angefangen. Fünf Jahre später kam „Der Herr der Ringe“. Und ab da wollte ich selbst schreiben.

Wie entstehen die Ideen zu deinen Geschichten, wie war es zum Beispiel bei diesem Buch?


Ideen Sie sind sehr scheu. Sie kommen fast immer unbeobachtet und überraschend. Oft beim Einschlafen. Manchmal im Auto, wenn ich als Beifahrer aus dem Fenster sehe. Oder während eines Films. Eine Einstellung, ein Bild, kann manchmal ausreichen und der Kopf spinnt sich eine Geschichte zusammen.

Ganz lieben Dank an Akram El-Bahay für die tolle Idee zur Blogtour und an den Verlag Ueberreuter für das Leseexemplar. Auch an die Mädels vom Gemütlichen Lesemiteinander. Ihr seid spitze!


Eckdaten: Henriette und der Traumdieb, ab 11 Jahre
400 Seiten, Verlag Ueberreuter

Besuch doch mal den Autor:
Akram el - Bahay (FB)

Nähere Infos über die Blogtour in der Ankündigung

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