Gern gelesen

Montag, 11. Juni 2018

Die Macht der Clans 2 von Gabi Büttner


Gabi Büttner: Die Macht der Clans (Cover: Amazon)


Der zweite Band der Science Fiction Fantasy Trilogie setzt seine Figuren viel Action und einer ordentlichen Prise Grausamkeit aus. Von der ersten bis zur letzten Seite. Für mich ist das Spannung pur! Zarte Gemüter sollten aber Abstand halten.

Es ist eine ganze Weile her, dass ich den ersten Teil der Trilogie Die Macht der Clans gelesen habe. Dank der hervorragenden Zusammenfassung zu Beginn des zweiten Teils fand ich aber sehr schnell in die Handlung hinein. Der Plot hat es in sich: Jede Menge Action und eine pikante Portion Grausamkeit gehen Hand in Hand. Larissa muss sich entscheiden  - soll sie sich selbst in Sicherheit bringen oder ihre Freiheit für lieb gewonnene Freunde aufs Spiel setzen? Sie folgt ihrem Herzen und gerät dadurch in die Fänge des grausamen Clanführers Batisté, der auf dem besten Wege ist, mit mittelalterlichen Methoden und modernen Foltertechniken die Macht über den gesamten Planeten an sich zu reißen.

Die Spannung hält sich, dem Zerreißen nahe, bis zur letzten Seite des Buches. Viel Handlung gibt es nicht, was auch nicht störend ist. Die Autorin konzentriert sich darauf, die Brutalität Batistés in all seinen Facetten darzustellen und im Gegenzug die reine Kraft der Freundschaft, die sich dagegenstemmt. Die Grausamkeit grenzt schon fast an Horror. Diese Reihe ist also nichts für schwache Nerven. Wer damit keine Probleme hat, kommt aber auf seine Kosten. Ich habe dieses Buch verschlungen und kann es kaum erwarten, den dritten Band in die Finger zu bekommen.

Spannung pur, actionreiche Story: Der Widerstand auf dem Planeten Terra wird auf die Probe und die Liebe zwischen Larissa und Chris vor große Herausforderungen gestellt. Eine sehr gelungene Fortsetzung der Reihe.

Eckdaten: eBook, 340 Seiten, Verlag BOD
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Montag, 4. Juni 2018

Der Pflegefall von Olivia Monti

Pflegefall-Cover-Epub - klein

Das Buch beschreibt sehr plastisch die Herausforderungen, vor denen eine Pflegekraft in ihrer Arbeit mit älteren Menschen steht - verpackt in einem Krimi.

Anna Zerbst wird von dem Hausmeisterehepaar Schmitts als private Pflegerin des alten Herrn Brunt angestellt, der allein und verbittert auf seinem großen Anwesen lebt. Schon sehr schnell merkt Anna, dass es jede Menge Fallstricke gibt, in die sie sich ahnungslos verheddert. Das Verhalten der Menschen, die im Haus ein und aus gehen, weckt schnell ein Unbehagen und es keimt in ihr ein Verdacht auf, der sie dazu bewegt, die Kriminalpolizei einzuschalten.

Der Pflegefall wird aus der Perspektive der Hauptfigur Anna beschrieben. Es gelingt der Autorin, mich in ihre Gedankenwelt eintauchen zu lassen und die körperlichen wie psychischen Herausforderungen, denen sie sich als Altenpflegerin stellen muss, hautnah mitzuerleben. Sie zerbricht fast an der Zerreißprobe zwischen Empathie und Antipathie gegenüber den anderen Figuren im Haushalt.

Wie geht man mit einem 90jährigen um, der einem in der einen Sekunde demütigende Beleidigungen an den Kopf wirft und dir in der nächsten deutlich macht, dass er darauf angewiesen ist, dass du ihm seine Menschenwürde erhältst? Diese Kernfrage, die sich sicherlich viele Menschen, die in der Pflege tätig sind jeden Tag stellen müssen, beschreibt Olivia Monti sehr eindrücklich in ihrem Roman. Vor den Menschen, die diese Arbeit über lange Jahre verrichten, habe ich sehr großen Respekt. Ich denke, mir würde es so wie der Protagonistin in dem Roman gehen: Ich würde schon nach ein paar Tagen schier an den Aufgaben verzweifeln.

Der Krimi, der den Rahmen für diese Beschreibungen bildet, wird gegen Ende, wenn es auf den kriminalistischen Höhepunkt zugeht, immer dünner und vermag die starke Geschichte von Anna leider nicht zu tragen.

Dennoch empfehle ich dieses Buch weiter, wegen des starken ersten Teils der Geschichte, die mich beeindruckt und berührt hat.

Eckdaten: Taschenbuch, eBook, 244 Seiten, Selbstverlag (epubli)
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Montag, 14. Mai 2018

Fremde Horizonte von Henny Bode



Ich war unglaublich fasziniert von dem Aethercircus in der Altstadt von Buxtehude vor einigen Wochen. Steampunk zum Anfassen, Jawoll! Es flanierten Reifenröcke, Mieder, Sonnenschirme aus Spitze, ausladende Hüte, Zylinder und Googles, begleitet von dampfbetriebenen Fantasiegefährten und glänzenden Zahnrädern. Als ich dann einen Bücherstand mit Steampunk Romanen entdeckte - inklusive der leibhaftigen dazugehörigen Autorinnen und Autoren, war ich im Fantasyhimmel angelangt.

Das Cover eines Buches sprang mir sofort ins Auge und übte eine fast magische Anziehungskraft auf mich aus.

Fremde Horizonte von Henny Bode ist vielleicht einen Tick zu schmal für einen Roman und etwas zu breit für eine Kurzgeschichte --- ich nenne es hier einfach mal eine Novelle. Passt ja auch in die Zeit. Die Welt, die Henny Bode in ihrer Geschichte zeichnet, ist auf den ersten Blick solider Steampunk: Charmante Herren, die vor den Damen zum Gruß den Zylinder ziehen und mit dampfbetriebenen Kutschen in das nächste Erfinderlabor streben. Luftschiffe, gepuderte Nasen und vieles mehr lässt das Herz des Steampunk-Fans höher schlagen.

Das Besondere an dieser Geschichte ist die Tatsache, dass die verstorbenen Menschen sichtbar und gleichberechtigt  - vielleicht ein bisschen blass und transparent - unter den Lebenden weilen.

Privatermittler Horatio Ferroulo erhält von einer so genannten Verblichenen einen pikanten Auftrag. Ihre tote Tochter ist auf mysteriöse Weise getötet worden - ist das denn überhaupt möglich. Der Fall führt ihn in die hintersten Winkel seiner Stadt und erlaubt uns Leserinnen und Leser einen tiefen Einblick in seine recht fragile Welt. Fragil, weil das Gleichgewicht zwischen Lebenden und Toten in großer Gefahr ist.

In kurzen Kapiteln mit ausgeprägten Perspektivwechseln erfahren wir immer mehr von dieser spannenden und interessanten Welt. Es ist, als würde die Autorin mit einer Petroleumlampe erst einen Winkel der Stadt und direkt danach den nächsten ausleuchten, wobei es außerhalb des spärlichen Lichtkegels stockfinster bleibt. Das Interesse, mehr von dieser Welt zu erfahren und Horatio  und seiner Auftraggeberin Hannah über die Schulter zu schauen, zieht mich voller Spannung bis an das Ende der Geschichte.

Zwischenmenschlich (oder-tödlich?) passiert in dieser kurzen Geschichte zwischen den Zeilen wesentlich mehr als in ihnen. Henny Bode überlässt der Fantasie der Lesenden sehr viel Raum, ich hätte diesen Part dennoch gerne aus der Feder der Autorin erfahren.

Ihr Schreibstil ist klar und geradeheraus - also genau, wie ich es mag. Trotzdem schafft sie es, mit sparsamen Mitteln eine wilhelminische Atmosphäre heraufzubeschwören mit gespenstischem Flair. Die Geschichte endet für meinen Geschmack etwas zu abrupt und lässt mich ein bisschen im luftleeren Raum hängen.

Dennoch muss ich sagen, dass ich sehr froh bin, diese Perle von Buch mitgenommen zu haben. Das Cover verspricht was der Inhalt hält. Ich bin begeistert! Vielleicht auch gerade, weil diese Geschichte noch ein paar Ecken und Kanten aufweist. Es lohnt sich dieses Buch zu lesen und es lohnt sich auch, die Autorin im Auge zu behalten. Ich bin schon sehr gespannt, welche weiteren fantasievollen Welten aus ihrer Feder fließen werden.

Eckdaten
Taschenbuch, eBook, 102 Seiten, Selbstverlag (neobooks)
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Montag, 30. April 2018

Heidefeuer von Angela L. Forster


Über ein Jahr ist das Buch in einer Facebook Gruppe gewandert. Durch die ganze Republik, bis es wieder bei mir landete und ich es endlich lesen konnte. Das schöne an der Wandergruppe war, dass dem Buch ein kleines Heft beilag, in das die Leserin jeweils einen Gruß an die Autorin eintragen konnte.

Liebe Angela, jetzt ist es endlich soweit und ich kann dir das kleine Heftchen zukommen lassen. :-)

Aber nun zum Buch. Heidefeuer ist ein Regionalkrimi aus der Lüneburger Heide. Eine tolle Urlaubslektüre, nicht zu anspruchsvoll, nicht zu aufregend und voller Lokalkolorit. Das mag ich. Jedes Mal als ich das Buch in den letzten Tagen zum lesen aufgeschlagen habe, umwehte mich der Duft von Heidekraut, Wacholder und Pferdestall. Ich roch förmlich den warmen Wind, der einen um die Nase streicht, wenn man im Sommer durch die Heide wandert.

Ich folgte Kommissarin Inka Brandt durch die Heidedörfer: Undeloh, Handeloh und wie sie alle heißen. Die Landschaftsbeschreibungen sind klasse. Auch die Figuren wirken wie waschechte Unikate aus der Region. Ab und zu habe ich mich zu sehr in der Landschaft und den Faden in der Geschichte verloren. Aber die ist tatsächlich nicht ohne:

Ein Serienkiller geht um und mordet scheinbar ohne Sinn und Verstand was ihm gerade vor die Klinge kommt. Kommissarin Inka Brandt, die gerade nach drei Jahren Abwesenheit wieder in ihr Heimatdorf Undeloh zurückgekehrt ist, muss tief graben, bis sie den Hauch eines roten Fadens findet. Und nur mit Hilfe ihres Kollegen Martin und auch aus unerwarteter Richtung, kann sie den Fall lösen. Eines kann ich jetzt schon verraten: Der Mörder ist nicht der Gärtner!!

Wenn du vor hast in der Lüneburger Heide Urlaub zu machen, oder dort gerade Urlaub gemacht und Lust auf ein wenig Nervenkitzel hast, dann lies Heidefeuer! Es lohnt sich.

Eckdaten: Taschenbuch, 348 Seiten, Ullstein Verlag
Autorin:  Angela L. Forster
Hier geht's zu meinem Interview mit der Autorin
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Sonntag, 25. März 2018

Das Paket von Sebastian Fitzek - und die Seiten blättern sich wie von selbst




Dies ist der zweite Roman von Sebastian Fitzek, den ich bisher gelesen habe. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir kriecht beim Lesen ganz langsam - und vor allem unauffällig - ein Schauer den Rücken hinauf und ich merke ihn erst, wenn er unübersehbar in voller Ausprägung oben angekommen ist. Fitzek ist ein Meister der subtilen Hochspannung, wenn ich das mal so nennen darf.

Es fängt ganz unverfänglich an, mit einem klassischen Serienmord, wo eine Frau überlebt und damit gar nicht klar kommt. Denn der Mörder ist noch irgendwo da draußen und könnte jederzeit kommen und sein Werk an ihr vollenden. Das Perfide dabei ist, dass Emma Psychologin ist und selber merkt, wie die Psychose allmählich von ihr Besitz ergreift.

Gut, das ist ja schon mal ein spannender Plot. Und was ist das Besondere daran? Diese Frage habe ich mir im ersten Drittel des Romans mehrmals gestellt, bis ich erst viel zu spät merkte, dass ich schon mitten drin bin. In dem feinen Netz, dass Herr Fitzek für seine Leser*innen ausgeworfen hat. Es sind die kleinen Gesten, unverfänglichen Begebenheiten, die erst auf den zweiten bis fünften Blick, den roten Faden einfach abschneiden oder umfärben.

Erst ist alles klar und dann bauen sich erste Zweifel auf und die Puzzleteile, die ich mir so schön zurechtgelegt habe, passen auf einmal nicht mehr. Plötzlich stelle ich alle Handlungen der Hauptfigur infrage, obwohl sie das Opfer ist und sympathisch. Dabei finde ich es doch ungerecht, wenn so viele Leute ihr nicht glauben und sie stigmatisieren. So dreht und wendet sich alles bis zur Auflösung des Falls. Und ich klappe zufrieden das Buch zu (mit einem bitteren Beigeschmack).

Ich muss unbedingt bald noch einen Fitzek lesen. Und euch rate ich, lest dieses Buch. Es lohnt sich.

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